Weihnachtsgeschenke : Steuerlich abzugsfähig oder nicht?

Unternehmen stehen jedes Jahr vor der Frage, ob und wie Geschenke für Mitarbeiter sowie Kunden und Geschäftspartner steuerlich zu behandeln sind. Hier ein Überblick:

Beginnen wir mit den Kundengeschenken. In Hinsicht auf die Einkommensteuer sind Weihnachtsgeschenke für Kunden und Geschäftspartner üblicherweise nicht als Betriebsausgabe absetzbar, denn diese Kosten fallen unter den Begriff  „nicht abzugsfähiger Repräsentationsaufwand“. Dennoch können Kundengeschenke sehr wohl als Betriebsausgabe geltend gemacht werden, wenn die Überlassung aus Werbegründen erfolgt. Allerdings sollten diese Geschenke dazu geeignet sein, eine „entsprechende Werbewirkung zu entfalten“. Beispiele dafür sind Schreibwaren, Kalender, Feuerzeuge oder sogar Wein und Spirituosen, wenn die Gegenstände mit Firmenlogos oder Aufschriften versehen sind. Achtung! Es darf sich auch nicht um „exklusive Produkte“ handeln.

In Sachen Umsatzsteuer ergibt sich bei Kunden- und Geschäftspartnergeschenken folgende Sachlage:

Diese Geschenke unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer (sprich ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug war möglich).  Davon ausgenommen sind nur „Geschenke von geringem Wert“ oder Warenmuster. Unter „geringem Wert“ versteht man dabei eine Summe bis EUR 40,- (ohne USt). Dabei darf dieser Wert pro Empfänger und Kalenderjahr nicht überstiegen werden.

Wie ist es mit  Mitarbeitergeschenken? Nun, sämtliche „geldwerte Vorteile“ (sprich Sachbezüge), die von Arbeitgeber an Arbeitnehmer gewährt werden, unterliegen zuerst mal der Lohnsteuer! Wichtige Ausnahme: Geldwerte Vorteile mittels  Teilnahme an Betriebsveranstaltungen und dabei empfangene Sachzuwendungen sind jedoch lohnsteuerfrei! Um diese Lohnsteuerfreiheit zu erlangen, ist zu beachten, dass die Sachzuwendungen pro Mitarbeiter/in und Jahr den Betrag von EUR 186,- nicht übersteigen. Daher bitte aufpassen, ob nicht schon zu Ostern, bei Firmenjubiläen oder dergleichen etwas geschenkt wurde, denn diese Beträge sind dabei zu berücksichtigen. Übrigens gehören auch Gutscheine, Geschenkmünzen oder Goldgeschenke (Münzen, Dukaten) zu Sachaufwendungen, wenn diese nicht in Bargeld abgelöst werden können.

Anders schaut es hingegen bei reinen  Geldzuwendungen aus. Diese sind immer steuerpflichtig!

PS: Bei all diesen Zuwendungen darf es sich übrigens auch nicht um „individuelle Belohnungen“ von Mitarbeitern/innen sondern nur um generelle Zuwendungen an alle und aus bestimmten Anlässen (wie z.B. Weihnachten) handeln!

Und noch ein Wort zu Betriebsveranstaltungen (wie z.B. eine Weihnachtsfeier):

Geldwerte Vorteile aus einer kostenlosen Teilnahme (z.B. für Verpflegung) sind bis zu EUR 365,- pro Mitarbeiter und Jahr steuerfrei!

In Hinsicht auf die Einkommensteuer können derartige Geschenke als Betriebsausgaben (freiwilliger Sozialaufwand) geltend gemacht werden. Und bezüglich der Umsatzsteuer unterliegen Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter natürlich der USt, vorausgesetzt, dass für das Geschenk ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich war. Die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist dabei der Einkaufspreis (bzw. die Selbstkosten).