Wann erfolgt die Buchführungspflicht für Land- & Forstwirte?

Bei den Einheitswertbescheiden zur Hauptfeststellung überschreiten etliche Landwirte die einheitswertmäßige Buchführungsgrenze.  Dies hat Folgen…

Übersteigt bei Land- und forstwirtschaftliche Betrieben der Umsatz EUR 550.000,- oder der Einheitswert EUR 150.000,-, so sind sie zur doppelten Buchführung („Bilanzierung“) verpflichtet. Im Gegensatz zu Einnahmen-Ausgaben-Rechnern müssen sie daher besondere Verzeichnisse über die Grundstücke, den Anbau und die Ernte anfertigen. Als Gewinnermittlungszeitraum kann jedoch ein von dem betreffenden Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr gewählt werden.

Werden jedoch die Werte (siehe oben) „nachhaltig überschritten“, dürfen Land- und Forstwirte ihren Gewinn nicht mehr nach Vorschriften für pauschalierte Land- und Forstwirte und/oder mittels einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln.

Unter „nachhaltigem Überschreiten“ versteht man folgendes: Ein zweimaliges Überschreiten der Einheitswertgrenze von EUR 150.000,- per 1. Januar verpflichtet zur  Buchführungspflicht im darauffolgenden Jahr. Eine in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erfolgte Überschreitung des Umsatzes von jährlich € 550.000,- verpflichtet zur doppelten Buchführung im darauf zweitfolgenden Kalenderjahr.

Die doppelte Buchführung hat aber auch Vorteile. So können Land- & Forstwirte ihre Gewinne periodenrichtig ermitteln (d.h. Aufwendungen und Erträge – unabhängig vom Zeitpunkt der Bezahlung – werden in jenem Jahr erfolgswirksam, auf das sie sich wirtschaftlich beziehen). Erträge und die Aufwendungen können daher als Ausgangsgrößen für die jeweilige Kostenrechnung herangezogen werden. Zudem muss zumindest einmal jährlich eine Inventur durchgeführt werden. Dies ist eine probate Kontrolle für den Eigentümer. Zudem steht (im Gegensatz zur Pauschalierung) auch der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag zu. Verlustbetriebe können Verluste unbegrenzt vortragen und/oder mit zukünftigen Gewinnen verrechnen.

Notiz am Rande: Wenn ein Land- oder Forstwirt buchführungspflichtig ist, dann muss die Umsatzsteuer verpflichtend mit dem Finanzamt verrechnet werden. Diese Verpflichtung zur Umsatzsteuerregelbesteuerung beginnt übrigens im darauf zweitfolgenden Kalenderjahr.