Umsatzsteuer Ungarn: Neue Verpflichtung zur Datenübermittlung

Per 1. Juli 2018 treten in Ungarn neue Datenübermittlungsvorschriften in Bezug auf (ungarische) Rechnungen mit ausgewiesenen Umsatzsteuerbeträgen von über 320,- Euro (100.000,- Forint) in Kraft.

Von dieser Verpflichtung zur Datenübermittlung sind natürlich nicht nur ungarische sondern auch österreichische Unternehmer, die (z.B. durch Reihengeschäfte, Lagerauslieferungen in/aus Ungarn,  Umsätze durch Grundstücke, etc.) Rechnungen mit ungarischer Umsatzsteuer ausstellen, betroffen. Dies gilt völlig unabhängig davon, ob eine Rechnung physisch in Ungarn oder im Ausland ausgestellt wird.

Für heimische Unternehmen besteht daher aufgrund der technischen Anforderungen zur Erfüllung der ungarischen Datenübermittlungsvorschriften ein dringlicher, zeitnaher Handlungsbedarf.

Hier die wesentlichen Eckpunkte der Regelung über die verpflichtende elektronische Datenübermittlung:

a) Unmittelbare und automatische Datenübermittlung an das zuständige Finanzamt ohne vorherige „menschliche Manipulation“ der Daten zum Zeitpunkt der Rechnungserstellung;

b) Zu übermittelnde Daten müssen verpflichtende Bestandteile einer ungarischen Rechnung enthalten;

c) Die Datenübermittlung muss mittels vordefinierter Aufstellung (Inhalt & Aufbau) im xml-Format erfolgen;

Wichtig!

Durch die Datenübermittlungsvorschriften in Ungarn werden unbedingt Anpassungen im jeweiligen IT-System der in oder mit Ungarn tätigen Unternehmen notwendig. Es muss sichergestellt werden, dass die zu übermittelnden Daten aus erstellten Rechnungen automatisch extrahiert und in vordefinierte Aufstellungen im xml-Format umgewandelt werden. Dabei sind einige Gliederungs- und Formalvoraussetzungen zu erfüllen. Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass notwendige Daten automatisch und sofort bei bzw. nach der Rechnungserstellung an die ungarische Finanzverwaltung übermittelt werden. Da bei etwaigen Fehlern von der ungarischen Finanzverwaltung automatisch übermittelt werden, muss das neue bzw. angepasste IT-System zusätzlich in der Lage sein, diese Information zu verarbeiten, zu interpretieren und zu reagieren.

Strafen:

Bei Verletzung der Datenübermittlungsverpflichtung (Achtung! Natürlich auch bei fehlerhafter oder nicht erfolgter Datenübermittlung!) wird von der ungarischen Finanzverwaltung eine Strafe bis zu zirka 1.500,- Euro verhängt.