Toleranzfrist für Aufgabe des Hauptwohnsitzes

Verzögerung zwischen Aufgabe des Hauptwohnsitzes und endgültigem Verkauf? Die Hauptwohnsitzbefreiung kann mittels Toleranzfrist trotzdem erfolgen!

Vorab: Die Hauptwohnsitzbefreiung steht generell nur dann zu, wenn zwischen der Veräußerung einer Liegenschaft und der Aufgabe des Hauptwohnsitzes ein direkter, klar erkennbarer Zusammenhang besteht. Das Gesetz normiert keine Fallfrist, spricht aber in den Richtlinien von einem Jahr, bei deren Überschreiten eine Hauptwohnsitzbefreiung verwirkt wird.
Daher muss in jedem Einzelfall geprüft werden, ob der geforderte Zusammenhang der beiden oben genannten Vorgänge festgestellt werden kann. Dies kann unabhängig von Fristen zwischen Aufgabe und Verkauf erfolgen.

Wird nun z.B. der Verkaufsauftrag an einen Makler vor Aufgabe des Hauptwohnsitzes erteilt und verzögert sich dann in der Folge der Verkaufsvorgang (es müssen aber „nicht vom Steuerpflichtigen zu vertretende“ Umstände vorliegen!), so ist auch noch bei einem Verkauf bis fünfzehn Monate nach Aufgabe des Hauptwohnsitzes der per Gesetz geforderte Zusammenhang gegeben. Es greift somit die Toleranzfrist auch in einem solchen individuellen Fall.

Für Rückfragen und Erläuterungen zu diesem komplexen Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.