Steuerliche Vor- & Nachteile beim Wechsel in eine GmbH

Steuerliche Vor- & Nachteile beim Wechsel in eine GmbH

Einzelunternehmen stehen oft vor der Frage, ob ein Wechsel in die Geschäftsform einer GmbH nicht steuerschonender wäre. Wie so oft im Leben gibt es natürlich aber auch dabei Vor- bzw. Nachteile…

Vor allem zur Vermeidung einer Besteuerung stiller Reserven ist ein einkommensteuerneutraler Wechsel vom Einzelunternehmen in eine GmbH durchaus eine Option.Aber es gibt auch weitere (vor allem monetäre) Szenarien, in der sowohl der Wechsel in die Rechtsform einer GmbH als auch der Verbleib in der Form eines Einzelunternehmens Sinn machen können. Daher hier ein kleiner, feiner Überblick hinsichtlich der wesentlichen Vor- und Nachteile eines Wechsels in eine der beiden Varianten:

  1. Die laufende Besteuerung einer GmbH unterliegt generell dem 25%igen Körperschaftsteuersatz. Bei Dividendenausschüttungen einer GmbH ist vom Gewinn (nach Körperschaftsteuer) auch noch die 27,5%ige Kapitalertragsteuer zu entrichten. Daher kommt es bei einer Ausschüttung aus einer GmbH an Gesellschafter nur zu einer effektiven Steuerbelastung von 45,625%. Natürliche Personen hingegen unterliegen im Vergleich bei der Gewinnbesteuerung im Rahmen ihres Einzelunternehmens dem so genannten „progressiven Einkommensteuertarif“, der bekanntlich bis zu 55% beträgt! Dies ergibt also eine Ersparnis von mitunter bis zu 9,375% und einen Vorteil für die GmbH.
  2. Sofern beim Einzelunternehmen der Gewinnfreibetrag in maximaler Höhe in Anspruch genommen werden kann, sowie dem Geschäftsführer einer GmbH ein Gehalt in Höhe von EUR 80.000,- bezahlt und zudem bei einer GmbH eine Vollausschüttung veranschlagt wird, werden Einzelunternehmen hingegen bis zu einem Gewinn von ca. € 600.000 günstiger besteuert. Der Vorteil liegt hier somit bei einem Einzelunternehmens.
  3. Ab einem Gewinn von zirka EUR 600.000,- (und unter den oben genannten Prämissen) liegt der Vorteil wieder ganz bei einer GmbH. Dieser Vorteil kann bereits früher eintreten. Zum Beispiel wenn der Gewinnfreibetrag nicht jedes Jahr in maximaler Höhe in Anspruch genommen wird oder wenn etwa Gewinne der GmbH nicht ausgeschüttet werden. Ein weiterer Vorteil dabei ist der Umstand, dass dann durch die niedrigere Steuerbelastung einer GmbH zusätzliche flüssige Mittel zur Verfügung stehen (wirtschaftlicher Vorteil!).
  4. Im Gegenzug hat eine GmbH den Nachteil, dass eine Besteuerung des Verkaufs von Liegenschaften oder beim Verkauf von Kapitalvermögen eine Gesamtsteuerbelastung von 45,625% auftritt. Einzelunternehmer hingegen zahlen bei Verkäufen von Liegenschaften nur 30%  bei Verkauf von Kapitalvermögen nur 27,5% an Steuern. Dabei ist allerdings anzumerken, dass der Vergleich sich rasch relativiert, wenn Liegenschaftsvermögen oder Kapitalvermögen mit nicht ausgeschütteten Gewinnen angeschafft wurde.

Fazit: Die Wahl zwischen Einzelunternehmen und GmbH hängt von zahlreichen Faktoren ab, die individuell massiv verschieden sind. Es lohnt sich daher, uns im Fall des Falles zu kontaktieren und Szenarien durchzugehen, um die richtige Wahl zu treffen!