Steuerliche Auswirkungen des Wegfalls unversteuerter Rücklagen im UGB

Zur Vermeidung einer sofortigen Nachversteuerung ist nunmehr eine „fundierte steuerliche Dokumentation“ erforderlich…

Für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen, sind die Bestimmungen für unversteuerte Rücklagen im UGB unternehmensrechtlich bekanntlich weggefallen. Sie sind nicht mehr auszuweisen, sondern grundsätzlich in die Gewinnrücklagen (bzw. in passive latente Steuern) einzustellen. In Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2016 sind somit keine unversteuerten Rücklagen mehr enthalten. Um jedoch eine sofortige Besteuerung dieser unversteuerten Rücklagen zu vermeiden, ist somit eine entsprechende steuerliche Dokumentation notwendig (z.B. Ausweis im Anlageverzeichnis und/oder eine sonst wirksame Evidenzhaltung).

Zur Vermeidung einer sofortigen Besteuerung unversteuerter Rücklagen sind die Evidenzhaltung und eine Dokumentation erforderlich. Diese muss belegen, dass eine Weiterführung als steuerliche Rücklagen erfolgen wird bzw. muss. Bei Regelwirtschaftsjahren sollten diese Dokumentation in Form einer Beilage zur Einkommens-bzw. Körperschaftsteuererklärung 2016 erfolgen, bei abweichenden Wirtschaftsjahren jedoch zur Steuererklärung 2017 (d.h. Rücklagenspiegel) beigefügt werden. Bei Weiterführung der betreffenden unversteuerten Rücklagen für steuerliche Zwecke müssen die steuerlichen Rücklagen sowie deren Auflösung jedoch unbedingt durch eine Mehr-Weniger-Rechnung berücksichtigt werden.

PS: Hinsichtlich bereits bestehender unversteuerter Rücklagen gibt es zudem eine Übergangsregelung: Bestehende unversteuerte Rücklagen (inkl. Bewertungsreserven) können als steuerliche Rücklagen weitergeführt werden. Es ergibt sich somit ein Wahlrecht, die bisherigen unversteuerten Rücklagen einer sofortigen Besteuerung zu unterziehen (z.B. Verrechnung mit Verlusten im Jahr 2016) oder diese für steuerliche Zwecke weiterzuführen (nicht sofort nachzuversteuern!).