Steuerfragen bei Maturaball und Maturareise

Bei der Veranstaltung von Maturabällen oder Maturareisen stellen sich zahlreiche steuerliche Rechtsfragen…

Die Zentralmatura läuft und nach dem Erfolg gilt generelle Feierlaune! Doch bei der Veranstaltung von Maturabällen oder -reisen stellt sich die Frage, wie solche Festivitäten steuerlich zu behandeln sind (z.B. ob für diese Bälle Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht besteht?). Auch die gängigen Ratschläge zur Gründung eines eigenen gemeinnützigen Vereines (für die Organisation und Durchführung) ist bitte deutlich zu hinterfragen.

Gemeinnützige Vereinsgründung: Ja oder nein?

Eine Gründung ist nicht zielführend, da weder bei Bällen noch Reisen ein gemeinnütziger Zweck verfolgt wird. Wird ein Schulball dennoch von einem bestehenden gemeinnützigen Verein (z.B. Elternverein) durchgeführt, dann ist darauf zu achten, dass eine solche Durchführung in den Statuten vorweg vorgesehen ist. Der allfällige Gewinn muss dann für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (eine anschließende Maturareise ist kein solcher Zweck – die Unterstützung von bedürftigen Schülern jedoch schon!).

Auch muss abgeklärt sein, ob der Ball ein großes oder kleines Vereinsfest darstellt. Ist es ein großes Vereinsfest, dann stellt der Ball eine begünstigungsschädliche Betätigung dar. Sofern der Umsatz aus dem Ball (plus anderer begünstigungsschädlicher Betätigungen) pro Kalenderjahr insgesamt EUR 40.000,- nicht übersteigt, bleibt eine Gemeinnützigkeit jedoch erhalten. Bei höheren Umsätzen ist dann beim zuständigen Finanzamt eine Ausnahmegenehmigung zur Beibehaltung der Gemeinnützigkeit zu beantragen.
Achtung! Jede begünstigungsschädliche Tätigkeit ist umsatzsteuerpflichtig!

Welche steuerliche Relevanz haben derartige Veranstaltungen?

Gewinne aus der Durchführung eines Balles unterliegen beim Verein grundsätzlich der Körperschaftsteuerpflicht doch jedem Verein steht ein jährlicher Steuerfreibetrag von EUR 10.000,- zu. Dieser Freibetrag ist von der Summe aller steuerpflichtigen Gewinne in Abzug zu bringen. Zu versteuern ist also nur der verbleibende Betrag. Verfügt ein gemeinnütziger Verein daher über keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte und übersteigt der Gewinn aus dem Schulball 10.000 Euro nicht, unterliegt der Ball nicht der Körperschaftsteuer.

Einen Ausweg bietet die Organisation und Durchführung eines Balles durch ein Personenkomitee. Ein solches Komitee ist rechtlich eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts und kann durch bloße Tätigkeit zu einem konkreten Zweck gegründet werden. Wenn der Personenkreis bei jedem Ball wechselt (z.B. Personen des jeweils aktuellen Maturajahrgangs), endet die Gesellschaft mit der Durchführung des Schulballes und es kommt im folgenden Jahr zur Gründung einer neuen Gesellschaft von einem anderen Personenkreis. Hinsichtlich der Ertragsteuer kommt es somit nur zur einmaligen, selbständigen und auf Erzielung eines Gewinnes gerichteten Tätigkeit. Da diese nie mehr wiederholt wird, ist die Tätigkeit somit nicht nachhaltig und es liegt daher kein Gewerbebetrieb vor! Erzielte Einkünfte unterliegen keiner Besteuerung und mangels Nachhaltigkeit liegt natürlich auch keine unternehmerische Tätigkeit vor. Es existiert daher auch keine Umsatzsteuerpflicht.

Gilt Registrierkassen- & Belegerteilungspflicht?

Verlässt der Verein die begünstigte Vereinssphäre und wird unternehmerisch tätig, besteht für den Verein natürlich Belegerteilungspflicht und bei Überschreiten der Umsatzgrenzen (EUR 15.000,- p.a. mit Barumsätzen, die 7.500 überschreiten!) auch eine Registrierkassenpflicht. Wird die Organisation der Ballveranstaltung jedoch im Rahmen eines Personenkomitees durchgeführt, ist auch hier mangels unternehmerischer Tätigkeit keine Registrierkassen- & Belegerteilungspflicht gegeben.