Serie Arbeitnehmerveranlagung (2) – Wann lohnt sich eine Antragsveranlagung?

Serie Arbeitnehmerveranlagung (2) – Wann lohnt sich eine Antragsveranlagung?

Wenn 2018 z.B. schwankende Bezüge, Verdienstunterbrechungen oder noch nicht geltend gemachte Sonderausgaben, sowie Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen oder  Alimentationszahlungen vorlagen, dann rechnet sich eine Antragsveranlagung auf alle Fälle!

Vorgenannte Bezugsschwankungen, eine kleiner Nebenjob hier oder ein beruflicher Wiedereinstieg ( wie z.B. nach einer Karenz) da? Vielleicht sogar eine kurze Verdienstunterbrechung? Nun, in Fällen wie diesen wurde vom Lohn auf das ganze Jahr gerechnet sicherlich stets zu viel an Lohnsteuer abgezogen.

Sie hatten 2018 Sonderausgaben, Werbungskosten oder gar außergewöhnliche Belastungen bisher noch nicht oder vielleicht nur in zu geringer Höhe geltend gemacht? Auch dann sind Sie zur Antragsveranlagung geradezu prädestiniert. Ebenso, wenn Sie 2018 Ihren Antrag auf Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbeträge oder einen Antrag auf Pendlerpauschale bzw. Pendler-Euro noch nicht an Ihren Arbeitgeber übermittelt haben. Denn in diesen Fällen wurden Ihre Ansprüche bei der laufenden Lohnverrechnung 2018 nämlich noch nicht berücksichtigt.

Zudem stehen Ihnen als Bezieher/in von Familienbeihilfe inklusive Kinderabsetzbetrag 2018 letztmalig (!) ein Kinderfreibetrag von EU 440,- pro Kind zu (bei getrennter Geltendmachung durch beide Elternteile sogar EUR 300,- pro Kind!). Letztmalig in 2018 können Sie auch Betreuungskosten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr als außergewöhnliche Belastung mit bis zu EUR 2.300,- pro Kind geltend machen. Bei Zahlung von Alimenten steht Ihnen auch der der Unterhaltsabsetzbetrag von EUR 29,20 bis EUR 58,40 pro Monat und pro Kind zu. Da lohnt sich doch die Antragsveranlagung, oder?!

Sie wollen Verluste, die im abgelaufenen Jahr aus anderen (nicht lohnsteuerpflichtigen) Einkünften entstanden sind, steuermindernd geltend machen? Sie haben vielleicht aus früheren selbstständigen Tätigkeiten noch einen Verlustvortrag, den Sie bei Ihren Gehaltseinkünften geltend machen wollen? Her mit der Antragsveranlagung!

PS: Ja, selbst dann, wenn Sie gar keine Lohnsteuer bezahlen mussten, könnten Sie in den Genuss einer Steuergutschrift kommen. Denn eine Antragsveranlagung könnte in einer „Negativsteuer“ münden.