Serie Arbeitnehmerveranlagung (1) – Die drei Varianten

Serie Arbeitnehmerveranlagung (1) – Die drei Varianten

Lohnzettel, Spenden-, Kirchenbeitrags- und andere Versicherungsmeldungen für das Jahr 2018 wurden schon bis Ende Februar 2019 von dritter Stelle an das Finanzamt übermittelt. Nun ist es an der Zeit, eine von drei Varianten der Arbeitnehmerveranlagung in Anspruch zu nehmen…

In der Regel stehen im Zuge einer Arbeitnehmerveranlagung drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Hier ein kleiner Überblick:

Pflichtveranlagung

Lohnsteuerpflichtige sind generell zur Abgabe einer E1-Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn ihr versteuerbares Jahreseinkommen mehr als EUR 12.000,- beträgt und wenn sie Einkünfte aus einer oder mehreren Nebentätigkeit(en) bezogen haben die EUR 730,- p.a. übersteigen. Auch nicht endbesteuerte Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Einkünfte aus privaten Grundstücksverkäufen (wenn z.B. die  Immobilienertragsteuer nicht oder nicht richtig entrichtet wurde) fallen unter diese Kategorie. Zudem wird diese Variante schlagend, wenn man gleichzeitig zwei oder mehrere nicht gemeinsam versteuerte Gehälter und/oder Pensionen erhalten hat.

Aufforderung durch das Finanzamt

Generell schickt das Finanzamt im Spätsommer Steuererklärungsformulare um einen Steuerpflichtigen aufzufordern, eine Arbeitnehmerveranlagung für 2018 bis Ende September 2019 einzureichen. Diese Aufforderung kommt vor allem dann ins Haus, wenn ein Bezug von Krankengeld gegeben war oder eine Berücksichtigung eines oder mehrerer Freibetragsbescheide bei laufenden Lohnverrechnungen im Jahr 2018 in Betracht gezogen wurde.

Antragsveranlagung

In der Regel stehen Ihnen bei dieser Variante fünf Jahre zur Verfügung. Zudem gibt es eine gute Nachricht zu verkünden: Sollte statt einer Gutschrift eine Nachzahlung unter dem Strich stehen, dann kann der Antrag innerhalb eines Monats wieder zurückgezogen werden!

PS: Wenn im Kalenderjahr ausschließlich Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen wurden, ist für Arbeitnehmerveranlagung dann das Formular L1 zu verwenden (inklusive der individuell erforderlichen Beilagen von L1ab über L1k, L1i bis L1d).