Neuregelung der Arbeitsplatzpauschale für Selbstständige

Neuregelung der Arbeitsplatzpauschale für Selbstständige

Die Arbeitsplatzpauschale für Selbstständige trägt ab der Veranlagung 2022 dazu bei, dass die Nutzung von privatem Wohnraum bei betrieblichen Einkünften steuerlich berücksichtigt werden kann.

Durch die derzeit durch COVID-19 bedingte Verlagerung von Arbeit in den privaten Bereich (Stichwort „Home Office“) stellt die exakte Ermittlung des betrieblichen Anteils an den Wohnkosten derzeit einen unverhältnismäßigen Aufwand dar. Daher war eine Neuregelung notwendig, die einer betrieblichen Komponente wohnraumbezogener Aufwendungen (z.B. Strom, Heizung, Beleuchtung, etc.) Rechnung trägt. Betriebliche Arbeitsmittel (z.B. Computer, Drucker, Kopierer, etc.) waren hingegen schon bislang nicht von der Arbeitsplatzpauschale umfasst und bleiben auch weiterhin neben der neu definierten Arbeitsplatzpauschale steuerlich abzugsfähig.

Voraussetzungen

Für eine Inanspruchnahme der Arbeitsplatzpauschale für Selbstständige müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Dem Selbstständigen erwachsen Ausgaben aus der Nutzung der Unterkunft (Achtung! Es muss sich dabei nicht um den Hauptwohnsitz handeln!);
  2. Es steht der/dem Steuerpflichtigen zur Ausübung ihrer/seiner betrieblichen Tätigkeit kein anderer zurechenbarer Raum (z.B. ein Raum als Büro oder Werkstätte) zur Verfügung; und
  3. Es wurden bzw. werden keine Aufwendungen für ein Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht.

Höhe der Pauschale

Die Arbeitsplatzpauschale beträgt entweder EUR 300,- oder EUR 1.200,- pro Jahr. Der letztgenannte höhere Betrag gilt, wenn keine anderen aktiven, erwerbsmäßigen Einkünfte (z.B. Land- & Forstwirtschaft, selbstständige Arbeit oder Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus einem aktiven Dienstverhältnis) erzielt werden. Dazu ist zu beachten, dass außerhalb der Wohnung kein anderer Raum zur Verfügung steht (auch dann, wenn besagte andere Einkünfte höchstens EUR 11.000,- per anno ausmachen!)

Hinweis: Die Arbeitsplatzpauschale deckt dann sämtliche Aufwendungen hinsichtlich der Wohnung ab und es sind darüber hinaus steuerlich keine wohnspezifischen Ausgaben mehr absetzbar.

Die EUR 300,- kommen dann zur Geltung, wenn andere Einkünfte aus aktiver Erwerbstätigkeit EUR 11.000,- übersteigen und für die Tätigkeiten andere Räumlichkeiten abseits der Wohnung zur Verfügung stehen. Jedoch können Aufwendungen für die Anschaffung ergonomisch geeigneten Mobiliars (z.B. Sitzgelegenheit, Tische, Beleuchtung, etc.) abseits dieser Pauschale zusätzlich geltend gemacht werden. Auch entfällt die sonst übliche Erfordernis von 26 „Home Office Tagen“ (denn eine Unterscheidung zwischen Arbeitsplatz des Arbeitgebers und privaten Räumlichkeiten existiert bei Selbstständigen nicht!)

Zeitraum der Pauschale

Die Arbeitsplatzpauschale ist auf ein 12 Monate umfassendes Wirtschaftsjahr bezogen. Bei einem Rumpfwirtschaftsjahr oder unterjährigen Wegfall der Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme hat eine Aliquotierung zu erfolgen.

Hinweis: Die Pauschale für Selbständige kann auch im Rahmen der Basispauschalierung oder bei der seit der Veranlagung 2020 möglichen Kleinunternehmerpauschalierung als zusätzliche Betriebsausgabe geltend gemacht werden!