Neues Gastro-Hilfspaket: Steuererleichterungen, Steuerstreichung & Erhöhung der Pauschalierungsgrenzen

Ein 500-Millionen-Euro Hilfspaket in Form von Steuererleichterungen und Anhebung von Pauschalierungsgrenzen soll die heimische Gastronomie entlasten und unterstützen. Zudem raten wir zu einer Maßnahme hinsichtlich der Registrierkassenverordnung…

Heute hat die Bundesregierung in einer Pressekonferenz einige Details zum brandneuen, insgesamt 500 Millionen Euro schweren, Gastro-Hilfspaket veröffentlicht. Etliche Steuern werden demnach gesenkt, eine abgeschafft und auch Pauschalierungsgrenzen wie Grund- bzw. Mobilitätspauschale werden zur Unterstützung und Entlastung der Gastronomie adaptiert. Von Seiten der Regierung wurden Gastronomen übrigens zudem nachdrücklich aufgefordert, die Entlastungen nicht an die Gäste weiterzugeben und Getränkepreise am Stand vor den Covid-19-Schließungen zu belassen.

Hier ein erster Überblick über die geplanten Eckpunkte des Pakets, die ab 1. Juli 2020 in Kraft treten sollen:

Schaumweinsteuer (Sektsteuer): Diese erst seit 2014 geltende Steuer (von einem Euro pro Liter) wird  ersatzlos abgeschafft.

USt-Steuersenkung auf alkoholfreie Getränke: Die Umsatzsteuer auf alkoholfreie Getränke wird bis Jahresende 2020 von bislang 20% auf 10% gesenkt. Für alkoholische Getränke ist dies aufgrund einer EU-Vorgabe aber leider nicht möglich.

Kräftige Anhebung der Pauschalierung: Die Obergrenze für pauschalierte Betriebe wird von bislang EUR 255.000,- pro Jahr auf nunmehr EUR 400.000,- pro Jahr angehoben.

Grundpauschale wird angehoben: Die Grundpauschale wird außerdem von 10% auf 15% angehoben, der Mindestpauschalbetrag wird statt bislang EUR 3.000,- auf EUR 6.000,- erhöht.

Änderung bei Mobilitätspauschale: Vor allem zur Unterstützung für Dorfwirtshäuser wird die Mobilitätspauschale für Gasthäuser in Gemeinden bis 5.000 Einwohner von 2% auf 6% Prozent erhöht, in Gemeinden bis 10.000 Einwohner beträgt sie nun 4% Prozent.

Steuerentlastung für Geschäftsessen und Gutscheine: Geschäftsessen sind künftig in einem höheren Bereich absetzbar, die Bewirtungskosten bis Ende des Jahres 2020 können zu 75 Prozent (bislang nur zur Hälfte!) abgesetzt werden. Essensgutscheine für Mitarbeiter sind ab sofort bis EUR 8,- steuerfrei. Lebensmittelgutscheine sind bis EUR 2,- steuerfrei.

ACHTUNG! KANZLEITIPP:  Was im Trubel in Hinsicht auf die Implementierung des Gastro-Hilfspakets leider leicht untergehen könnte, sind notwendige Adaptierungen bzw. Änderungen bei den Registrierkassen, die natürlich auch an die neuen, geänderten Steuer- bzw. Abgabensätze angepasst werden müssen. Vergessen Sie bitte daher nicht, Ihre Registrierkassen per Stichtag des Inkrafttretens des Pakets dahingehend neu zu programmieren bzw. anzupassen!