Neuerungen in der Personalverrechnung

Per 1. Januar 2022 traten diverse Neuerungen – inklusive einiger per „Lohnsteuerrichtlinien-Wartungserlass 2021“ eingearbeiteter Änderungen – in Kraft. Hier eine aktuelle Übersicht:

So muss man neuerdings beim „Öffi-Ticket“ im räumlichen Zusammenspiel mit der Pendlerpauschale darauf achten, dass das zur Verfügung gestellte Öffi-Ticket den gesamten Arbeitsweg abdeckt. Denn für alle nicht umfassten Wegstrecken steht ein Pendlerpauschale zu, das seinerseits mit einem fiktiven Pendlerpauschale des gesamten Arbeitswegs begrenzt ist. Wird also einem Arbeitnehmer ein auch den Arbeitsweg umfassendes „Öffi-Ticket“ für mehr als 50% der Arbeitstage pro Monat zur Verfügung gestellt, dann steht neuerdings kein Pendlerpauschale mehr zu.

Neu ist auch, dass eine erlaubte Bezugsumwandlung vorliegt, wenn ein Arbeitgeber bislang einen Fahrtkostenzuschuss für ein öffentliches Verkehrsmittel für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gezahlt hat und nunmehr stattdessen das neue „Öffi-Ticket“ zur Verfügung stellt.

Ergänzung beim Fahrtenbuch
Beim Fahrtenbuch kommt es zu einer Ergänzung. Um eine Berücksichtigung von Fahrtkosten in Höhe des amtlichen Kilometergeldes zu erlangen, müssen Steuerpflichtige bekanntlich Nachweise führen, die die Kontrolle des beruflichen Zwecks und die zurückgelegte Fahrtstrecke erlauben. Neben dem klassischen Fahrtenbuch gelten seit 1. Januar 2022 auch Nachweisführungen in Form von Belegen und Unterlagen sowie elektronische Aufzeichnungen mit Merkmalen und Daten eines Fahrtenbuchs.

Präzisierung beim „Berufswohnsitz“
Der VwGH hat die Begriffe „Familienwohnsitz“ und „Berufswohnsitz“ unterteilt und präzisiert. Der „Familienwohnsitz“ ist  nun dort anzuwenden, wo ein Steuerpflichtiger seine engsten persönlichen Beziehungen (Familie, Freundeskreis) und einen eigenen Hausstand  (Wohnung oder Haus, das Lebensbedürfnissen entspricht) hat. Achtung! Ein Zimmer bei Eltern oder einer Wohngemeinschaft erfüllen diese Voraussetzung nicht.

Der Berufswohnsitz muss zur Anerkennung der Aufwendungen der doppelten Haushaltsführung jedoch nun kein eigener Hausstand sein! Deshalb kommen nun neben einer (Miet-)Wohnung auch (Untermiet-)Zimmer oder eine im Rahmen einer Wohngemeinschaft (mit anderen Personen als von Ehepartnern oder Lebensgefährten) benützte Unterkunft sein.

Geldstrafen als steuerpflichtiger Arbeitslohn
Der Ersatz von über den Arbeitnehmer verhängten Geldstrafen bei Verwaltungsübertretungen, die in Ausübung seines Dienstes erfolgten, ist nunmehr steuerpflichtiger Arbeitslohn. Allerdings liegt dieser Umstand nicht vor, wenn ein Strafmandat direkt an den Arbeitgeber erging und eine Verkehrsstrafe über ihn verhängt und von ihm bezahlt wurde.

Neues beim „Kontrollsechstel“
Die Versteuerung sonstiger Bezüge (13. und 14. Gehalt, Prämien) zu festen Steuer­­sätzen ist vom Arbeitgeber bei Auszahlung des letzten laufenden Bezuges im Kalenderjahr zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzurollen und nachzuversteuern. Per LStR wurde neuerdings klargestellt, dass Aufrollungen auch zu Gunsten des Arbeitnehmers vorzunehmen sind. Wenn im laufenden Kalenderjahr weniger sonstige Bezüge als das Kontrollsechstel mit festen Steuersätzen versteuert wurde, muss der Arbeitgeber ab 2021den nicht ausgeschöpften Differenzbetrag auf das Kontrollsechstel durch Aufrollung neu berechnen.

Sachbezug für Dienstautos 2022
Basierend auf den CO2-Emissionswerten per WLTP-Messverfahren kommen bei Erstzulassung anno 2022 folgende Sachbezugswerte zum Ansatz:

PKW & Hybridfahrzeuge über 135g/km erfordern 2% (max. EUR 960,-) Sachbezug. Ökologische PKW & Hybridfahrzeuge bis 135g/km zeitigen 1,5% (max. EUR 720,-) Sachbezug und Elektroautos steigen durch 0g/km mit 0& bzw. null Euro aus.

Firmenparkplatz nun auch Sachbezug
Da per 1. März 2022 in allen Wiener Bezirken das „Parkpickerl“ gilt, ist für alle Fahrzeuge für die Zurverfügungstellung eines Parkplatzes in einer parkraumbewirtschafteten Zone ein monatlicher Sachbezug von EUR 14,53 anzusetzen. Hinweis: Dies gilt auch für e-Cars (mit Ausnahme etwaiger Gemeinden, in denen e-Fahrzeuge von einer Parkgebühr amtlich befreit sind).