NEU: Verlustersatz ab heute beantragbar

Still und heimlich hat die Regierung eine weitere Hilfsmaßnahme auf den Weg gebracht. Der neue VERLUSTERSATZ soll vor allem Handel & Co. unter die Arme greifen. Aber Vorsicht!  Diese Maßnahme hebelt nämlich andere bestehende Hilfsmaßnahmen aus!

Ab heute, Mittwoch den 16. Dezember 2020 ist via FinanzOnline der hurtig und bei Nacht und Nebel aus der Taufe gehobene neue „Verlustersatz“ beantragbar.  Basis dafür war die EU-Genehmigung für Zuschüsse nach neuem System für Österreich und Deutschland. De facto handelt es sich um eine Umgehung, von der Betriebe profitieren, die durch die EU-Deckelung der Obergrenze von EUR 800.000,- nur maximal Teile der Verluste abdecken können. Nun können Verluste, die im Zeitraum zwischen dem 16. September 2020 und dem 30. Juni 2021 angefallen sind bzw. anfallen werden, entweder per Prognose im Voraus oder per Fakt im Nachhinein vom Staat im viel höheren Rahmen ersetzt werden.

Wer kann den Verlustersatz beantragen?

Im Prinzip jedes Unternehmen. Es kommt nur auf die Größe an.  Kleine und Kleinstunternehmen (also von 1 bis 49 Mitarbeiter) erhalten bis nämlich zu 90% ihrer Verluste, mittlere und große Unternehmen immerhin noch bis zu 70% ihrer Ausfälle ersetzt. Als Vergleichszeitraum wird dabei das Jahr 2019 herangezogen.

Wie beantrage ich den Verlustersatz?

Die Antragstellung muss über einen Steuerberater erfolgen und Betriebe können dafür bis zu EUR 1.000,- verlusterhöhend anrechnen!

Wie wird der Verlust im Voraus ermittelt?

Die Schätzung des wahrscheinlichen Verlustes erfolgt durch eine Prognoserechnung mit den oben genannten Variablen zum Vorjahr bzw. den bereits vorliegenden Daten zum Stand der Beantragung. Eine Endabrechnung kann aber erst erfolgen, wenn ausreichend Daten vorliegen.

Aber bitte aufgepasst und gut gerechnet! Für den bei Ihrer Verlustersatz-Beantragung genannten Zeitraum kann nämlich KEIN Umsatzersatz beantragt werden. Auch beim Fixkostenzuschuss kann sich eine Beantragung des Verlustersatzes am Ende des Tages NEGATIV auswirken. Zwar ist ein Umstieg vom Fixkostenzuschuss in der Maximalhöhe von EUR 800.000,- einmalig möglich, jedoch sollten Sie beachten und sich unbedingt hinterfragen, ob, wieweit und welche der beiden Varianten für Ihr Unternehmen günstiger bzw. abdeckender sind.