Konjunkturstärkungsgesetz: Das ändert sich für Dienstgeber, Mitarbeiter & Pensionisten

Ein Überblick über die Änderungen und Neuerungen im Rahmen des neuen, am 7. Juni 2020 beschlossenen steuerlichen Maßnahmenspakets namens Konjunkturstärkungsgesetz 2020 (KonStG 2020) für Personen:

Generelle Entlastung von Niedrigverdienern
Rückwirkend ab 1. Januar 2020 wird der Eingangssteuersatz in der Lohn– und Einkommensteuer für Einkommensteile über EUR 11.000,- bis EUR 18.000,- von 25 % auf 20 % gesenkt. Die Anwendung des neuen Steuersatzes hat in der Lohnverrechnung ab Kundmachung des Bundesgesetzes zu erfolgen. Achtung! Frühere Zeiträume sind aufzurollen (spätestens bis September 2020, sofern dies technisch und organisatorisch möglich ist!).
Die verpflichtende Aufrollung gilt nur für Steuerpflichtige, die im Monat der Aufrollung Arbeitnehmer des Löhne, Gehälter oder Gagen auszahlenden Arbeitgebers sind. Andernfalls wird die Gutschrift dann erst im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt.
Zur Entlastung von Dienstnehmern mit einem steuerpflichtigen Einkommen von unter EUR 11.000,- werden der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag und der SV-Bonus im Rahmen der SV-Rückerstattung von EUR 300,- auf EUR 400,- per anno angehoben.
Der Spitzensteuersatz von 55 % für Einkommensteile über 1 Million Euro wird zudem bis zum Jahr 2025 verlängert.

Pauschalerhöhung des Jahressechstels bei der Covid-19-Kurzarbeit
Um eine Benachteiligung von Dienstnehmern in Kurzarbeit beim Jahressechstel auszugleichen, wird für das Jahressechstel für Betroffene pauschal um 15 % erhöht.

Das Thema Pendlerpauschale
Das 3. COVID-19-Gesetz legt fest, dass es im Falle einer Dienstverhinderung (z.B. Quarantäne), Telearbeit bzw. Corona-Kurzarbeit aufgrund der COVID-19-Krise zu keiner Minderung des Pendlerpauschales kommt und weitergezahlte Zulagen und Zuschläge zudem weiterhin steuerfrei behandelt werden dürfen. Diese Erleichterung wird hiermit bis 31. Dezember 2020 verlängert.

Neue Möglichkeit des Zurückziehens des Antrags auf Familienbonus Plus
Es wurde zudem eine Möglichkeit geschaffen, durch Zurückziehen des Antrags nachträglich auf den Familienbonus Plus zu verzichten. Dies wird erstmalig für Anträge möglich sein, die das Kalenderjahr 2019 betreffen. Der Rückzug soll bis maximal 5 Jahre nach Eintritt der Rechtskraft des Bescheides ausgeübt werden können. Dies spielt vor allem dann eine Rolle, wenn sich nachträglich herausstellt, dass sich ein beantragter Familienbonus beim Antragsteller aufgrund eines geringen Einkommens steuerlich nicht auswirkt. Dieser Antrag kann völlig formlos gestellt werden und ermöglicht die Geltendmachung des gesamten Familienbonus Plus durch den/einen anderen Anspruchsberechtigten.
PS: Hat dieser im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung oder der Einkommensteuererklärung jedoch bereits einen Antrag auf den gesamten Familienbonus Plus gestellt, ist dieser von Amts wegen zu berücksichtigen.