Keine Panik bei der Außenprüfung!

Eine gute Vorbereitung ermöglicht es, einer, vom Finanzamt angekündigten Betriebsprüfung relativ gelassen entgegen zu sehen. Denn es gibt nicht nur Pflichten sondern auch Rechte des Unternehmers bzw. der Unternehmerin…

Prinzipiell erfolgt vom Finanzamt die Auswahl der Unternehmen, die geprüft werden sollen nach a) einem zeitlichen Aspekt oder nach b) einem mathematischen Zufallssystem. In selteneren Fällen natürlich auch durch anonyme Anzeigen oder auf Anregung der Finanzbehörde selbst (wenn z.B. das Finanzamt Abweichungen oder Unregelmäßigkeiten bei der UVA, bei der Steuererklärung oder bei permanenten Verlusten sowie stark schwankenden Umsätzen, Inventuren und dergleichen  mehr). Dabei werden in der Regel die letzten drei veranlagten Jahre geprüft, wobei beim Fall einer möglichen Steuerhinterziehung dieser Prüfungszeitraum auf bis zu zehn (10) Jahre ausgedehnt werden kann!

Der /die Betriebsprüfer/in hat sich vor einer Prüfung mindestens eine Woche vorher anzumelden. Wenn die Prüfung erfolgt, muss er/sie sich ausweisen und einen schriftlichen Prüfungsauftrag mitbringen bzw. ausfolgen.

Bei der dann laufenden Prüfung können Prüfer den Betrieb vor Ort besichtigen sowie sämtliche Belege, Buchhaltungsunterlagen, Verträge, Fahrtenbücher, Inventuren usw. einsehen und zusätzlich auch „andere Personen“ (sprich z.B.  Nachbarn, Dienstnehmer) befragen. Zudem ist, natürlich unter bestimmten Voraussetzungen bzw. ermittlungstechnischen Gründen bei Strafverdacht, auch eine Kontenregisterabfrage als Vorbereitung zur Betriebsprüfung amtlich zulässig. Generell sind Unternehmer/innen verpflichtet, alle für die Besteuerung bedeutsamen Umstände vollständig und wahrheitsgemäß offenlegen und bei der Ermittlung des Sachverhalts mitzuhelfen und alle nötigen Auskünfte zu erteilen (d.h. „Mitwirkungspflicht“).  Dabei können sich aber auch Grenzen ergeben (z.B. eine bestehende Verschwiegenheitspflicht, aus Gründen einer Verhältnismäßigkeit, Zumutbarkeit und/oder Geeignetheit), die von Prüfer/innen zu berücksichtigen sind und den Unternehmer/innen als Rechtsanspruch zustehen.

Auch dürfen Prüfer/innen keine Privathäuser betreten, sowie Gegenstände oder Unterlagen beschlagnahmen. Zudem sind Prüfer/innen angewiesen, bei der Erforschung des objektiven Sachverhalts vor Ort und bei der Prüfung gegebenenfalls auch zugunsten des jeweiligen Abgabepflichtigen zu handeln (d.h. z.B. auf Guthaben hinweisen, etc.)

Unternehmer/innen haben zudem das Recht auf Parteiengehör (es muss genügend Gelegenheit gegeben werden, zu Darstellungen eines Sachverhalts und zu den Berechnungen des Prüfers persönlich Stellung zu nehmen). In diesen Rechten enthalten ist besonders das Recht auf eine Schlussbesprechung am Ende der Außenprüfung.

Womit wir bei einem letzten heiklen Thema angelangt sind. Nämlich jenes der eigenen Selbstanzeige angesichts einer bevorstehenden Außenprüfung. Seit längerem unterliegen derartige Selbstanzeigen nämlich einer verschärften Regelung zugunsten der Finanz. Solche Selbstanzeigen führen nur noch dann zur Straffreiheit, wenn zur vollständigen hinterzogenen Abgabe als auch ein „Strafzuschlag“ bezahlt wird. Die Höhe dieses Strafzuschlags hängt jeweils von der Höhe der hinterzogenen Abgabe ab und ist mit mindestens 5% bis zu 30% gestaffelt.

Kanzleitipp: Ersparen Sie sich bitte derartige im letzten Absatz genannte Unannehmlichkeiten und bekennen Sie gleich zeitnah und vor allem VOR der Ankündigung einer Außenprüfung, da dann die Selbstanzeige ohne Zahlung des zusätzlichen Strafzuschlags strafbefreiend wirkt!  Im Fall des Falles beraten wir Sie natürlich sehr gerne!