Hauptwohnsitzbefreiung: Neues bei der Immo-ESt

Hauptwohnsitzbefreiung: Neues bei der Immo-ESt

Im Disput zwischen dem Verwaltungsgerichtshof und dem Bundesfinanzgericht wurde kürzlich eine strittige Frage über die Hauptwohnsitzbefreiung geklärt:

Der Verwaltungsgerichtshof stellte klar, dass eine Hauptwohnsitzbefreiung auch dann angewendet werden kann, wenn der Verkäufer während eines Teils der sonst üblichen Frist von fünf Jahren nicht Wohnungseigentümer war. Dies gilt aber nur sofern er innerhalb der letzten zehn Jahre zumindest fünf Jahre lang den Hauptwohnsitz in der Wohnung inne hatte (und diesen nun aufgibt).

Für eine Anwendung der Hauptwohnsitzbefreiung kommt es also lediglich auf die durchgehende Nutzung der Liegenschaft als Hauptwohnsitz an und nicht ausschließlich auf das Vorliegen eines bestimmten Rechtstitels. Somit sind Mietzeiten in die geltende fünfjährige Hauptwohnsitz-Mindestdauer einzuberechnen.

Generell gilt also prinzipiell folgendes:

Beim Verkauf einer Liegenschaft fällt die Immobilienertragsteuer an. Ausgenommen von dieser Besteuerung sind selbst hergestellte bzw. als Hauptwohnsitz genutzte Liegenschaften. Die Befreiung steht bei letztgenannten dann zu, wenn die Liegenschaft dem Verkäufer von der Anschaffung bis zum Verkauf für mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz diente und dieser Hauptwohnsitz nun aufgegeben wird. Alternativ steht sie aber auch zu, wenn die Liegenschaft innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Verkauf mindestens fünf Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz genutzt wurde (und der Hauptwohnsitz nun aufgegeben wird).

Kleiner Tipp zur Vermeidung von Missverständnissen: Sprechen Sie  zur Sicherheit trotzdem stets mit uns, wenn Sie einen Immobilienverkauf planen.