Gilt Umsatzsteuerplicht zwischen Mutter- und Tochterunternehmen?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Lieferungen und sonstige Leistungen zwischen einer Konzernmutter und einem Konzerntochterunternehmen umsatzsteuerpflichtig sind.

Generell gilt die Umsatzsteuerpflicht für Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer erbringt und im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. Als Unternehmer wird dabei tituliert, wer selbstständig eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit ausübt. Dabei ist die Größe und Form des Unternehmens egal. Wenn also in einem Konzern von der Muttergesellschaft an eine Tochtergesellschaft Lieferungen bzw. sonstige Leistungen erbracht und weiterverrechnet werden, dann ist Umsatzsteuer abzuführen/auszuweisen.

Wenn aber eine so genannte „Organschaft“ vorliegt, sieht es anders aus. Dann unterliegen Lieferungen und sonstige Leistungen nicht der Umsatzsteuerpflicht! Die Organschaft liegt dann vor, wenn eine juristische Person im Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in ein Unternehmen eingegliedert ist. Alle drei genannten Eingliederungsmerkmale müssen dabei aber nicht gleichermaßen ausgeprägt sein. Fehlt aber auch nur eines dieser drei Kriterien, dann liegt keine Organschaft vor.

Übrigens: Jeder Unternehmer kann Organträger sein (z.B. GmbH, Einzelunternehmen) eine Organgesellschaft (Organ) ist hingegen jede juristische Person (z.B. in der GmbH) bei der eine Eingliederung möglich ist.

Fazit: Liegt also bei einem Konzern eine Organschaft vor, dann wären die von der Konzernmutter weiterverrechneten Leistungen nicht umsatzsteuerpflichtig.

PS: Seit dem 1. Januar 2017 gilt, dass auch eine Personengesellschaft (neben dem Organträger sind nur jene Personen Gesellschafter, die finanziell in den Organträger eingegliedert sind) eine Organgesellschaft sein kann, wenn auch die sonstigen Voraussetzungen für die Organschaft vorliegen. Ist dann aus umsatzsteuerlicher Sicht eine Organschaft gegeben, werden der Organträger und sämtliche untergeordneten Organgesellschaften zwingend zu einem Unternehmen zusammengefasst. Ein eingegliedertes Unternehmen ist dann nur ein Betrieb im Unternehmen des Organträgers. Folglich werden Umsätze zwischen dem organträger und dem Organ als nicht umsatzsteuerbare Innenumsätze behandelt und die Umsätze des Organs dem Organträger zugerechnet. Somit kann der Organträger Vorsteuern aus Rechnungen geltend machen, die auf das jeweilige Organ lauten. Rechnungen innerhalb des Organkreises sind jedoch nur „unternehmensinterne Belege“ und dürfen somit keine Umsatzsteuer ausweisen. Zudem gilt eine Beschränkung auf Innenleistungen zwischen im Inland gelegenen Unternehmensteilen!

Hinweis: Da jeder Fall individuell zu bewerten ist, sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen um eine allfällige Organschaft abzuklären.