Gesellschafter-Geschäftsführer können Pauschalierungen nutzen

Auch wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer können die bestehenden  Betriebsausgaben- und Vorsteuerpauschalierungen steuerlich durchaus vorteilhaft nutzen.

Mit einer pauschalen Ermittlung von Betriebsausgaben kann man in der Regel sowohl viel Zeit als auch eine Menge Steuern sparen, denn das Einkommensteuergesetz bietet allen Personen mit Einkünften aus selbständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieben bekanntlich diverse Pauschalierungsmöglichkeiten.

Eine davon ist unter anderem die sogenannte „Basispauschalierung“. Für diese Art der Pauschalierung ist es notwendig, dass keine Buchführungspflicht besteht (und auch keine freiwillige Buchführung, die eine Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich ermöglicht!) und der Gesamtumsatz des Vorjahres weniger als EUR 220.000,- betragen hat. In diesem Fall können dann Betriebsausgaben mit einem Prozentsatz vom Umsatz angesetzt werden. Für einen wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer (mehr als 25 % Beteiligung!) beträgt der Prozentsatz zum Beispiel 6 % vom Umsatz (limitiert auf maximal EUR 13.200,- per anno!).

Da von dieser Pauschale bekanntlich nicht alle Betriebsausgaben erfasst sind, können aber auch noch einige weitere gesetzlich aufgezählte Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Für Gesellschafter-Geschäftsführer sind somit vor allem Sozialversicherungsbeiträge, Lohnnebenkosten und etwaige Fahrtkosten (soweit dabei ein Kostenersatz in gleicher Höhe gegenübersteht!) potentiell lukrativ. Aber Achtung! Alle anderen Betriebsausgaben sind jedoch mit dieser Basispauschalierung bereits abgegolten.

Bei umsatzsteuerlich nicht als Unternehmer behandelten Gesellschafter-Geschäftsführern können zusätzlich auf pauschalierte Betriebsausgaben entfallende Vorsteuern in Höhe des Vorsteuerpauschales von 1,8 % des Umsatzes als Betriebsausgabe angesetzt werden.

Anmerkung: Wenn ein Gesellschafter-Geschäftsführer weisungsfrei ist, wird er bei der Umsatzsteuer generell als Unternehmer behandelt. Dabei sind Geschäftsführer-Vergütungen umsatzsteuerpflichtig und der Geschäftsführer kann daher Vorsteuerbeträge in Abzug bringen oder unter bestimmten Voraussetzungen eben auch eine Vorsteuerpauschale in Anspruch nehmen.

Achtung! Durch die Verwaltungsvereinfachung kann auch ein weisungsfreier Gesellschafter-Geschäftsführer dennoch umsatzsteuerlicher Nichtunternehmer sein und seine/ihre Vergütungen ohne Umsatzsteuer verrechnet werden.

Unser Tipp: Da die Einstufung, ob eine Pauschalierung neben Zeitersparnis und vereinfachtem Verwaltungsaufwand steuerlich auch wirklich günstiger ist, von der tatsächlichen Höhe der in einer Pauschale umfassten Betriebsausgaben und Vorsteuern abhängt, sowie zudem gewisse zeitliche Bindungen bestehen, die einen Wechsel zwischen vollständiger E/A-Rechnung und/oder Unternehmereigenschaft einerseits und der jeweiligen Pauschalierung andererseits einschränken, sollte man als Entscheidungsgrundlage unbedingt eine Prognose-Rechnung über mehrere Jahre aufstellen. Scheuen Sie also nicht davor zurück uns zu kontaktieren, damit wir sie unterstützen und punktgenau beraten können!