Gaststättenpauschalierung NEU

Wie bereits in der aktuellen Ausgabe unseres Klientenmagazins „Clever steuern“ angekündigt, wurde erst mit 21. Dezember 2012 die Verordnung über die neue Gaststättenpauschalierung (gültig ab 1. Januar 2013!) von der Regierung beschlossen und nun auch veröffentlicht. Die wesentlichen Punkte der neuen Verordnung lauten wie folgt:

09A. Voraussetzungen:

1) Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Pauschalierung ist nach wie vor, dass die Jahresumsätze nicht mehr als 255.000,- Euro betragen.

2) Die Betriebsausgaben können unter Zugrundelegung eines Grundpauschales, 10 % vom Umsatz, eines Mobilitätspauschales von 2 % und eines Energie- und Raumpauschales von 8 % vom Umsatz ermittelt werden.

3) Voraussetzung für die Berücksichtigung des Mobilitätspauschales ist die Inanspruchnahme des Grundpauschales.

4) Voraussetzung für die Berücksichtigung des Energie- und Raumpauschales ist die Inanspruchnahme des Grundpauschales sowie das Vorliegen von außerhalb des Wohnungsverbandes gelegene Räumlichkeiten, die der Ausübung des Gewerbes dienen.

B. Ermittlung des Überschusses:

1) Das Grundpauschale beträgt 10 % vom Umsatz, mindestens jedoch 3.000,- Euro und höchstens 25.500,- Euro. Beträgt der Jahresumsatz weniger als 30.000,- Euro, darf durch den Ansatz des Pauschalbetrages von € 3.000,00 kein Verlust entstehen.

2) Neben dem Grundpauschale dürfen nur folgende Ausgaben berücksichtigt werden:

a) Waren, Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten die in ein Wareneingangsbuch einzutragen sind;
b) Löhne, Lohnnebenkosten und Fremdlöhne;
c) Beiträge an die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft;
d) Aus- und Fortbildungskosten für Dienstnehmer;
e) Abschreibung für Abnutzung (Investitionen);
f) Instandsetzung und Instandhaltung;
g) Miete und Pacht von unbeweglichen Wirtschaftsgütern;
h) Finanzierungszinsen und –kosten;
i) das Mobilitätspauschale oder die dafür tatsächlich anfallenden Kosten; sowie
j) das Energie- und Raumpauschale oder die dafür tatsächlich anfallenden Kosten.

3) Das Mobilitätspauschale beträgt 2 % des Umsatzes und darf nicht höher sein als das höchste Pendlerpauschale bzw. 5.100,- Euro.

4) Das Energie- und Raumpauschale beträgt 8 % des Umsatzes höchstens jedoch 20.400,- Euro.

C. Bindungswirkung der Pauschalierung:

Wird das Grundpauschale in einem Wirtschaftsjahr in Anspruch genommen, dann muss man die nächsten zwei Wirtschaftsjahre ebenfalls die Grundpauschalierung anwenden. Wird nach Ablauf der drei Jahre auf die Gewinnermittlung nach § 4 (3) ESTG (=Einnahmen/Ausgaben-Rechner) oder nach § 4 (1) ESTG (= freiwilliger Bilanzierer) gewechselt, dann ist eine erneute Anwendung der Gastwirtschaftspauschalierung erst wieder nach Ablauf von drei Wirtschaftsjahren möglich.

D. Belegerfassung:

Da aufgrund dieser neuer Verordnung keine Aussage im vorhinein getroffen werden kann, welche Gewinnermittlungsart vorteilhafter ist, empfiehlt es sich alle Kosten laufend zu erfassen.

Für Fragen und Erläuterungen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.