Fixkostenzuschuss II voll gestartet – Daher jetzt unbedingt beantragen!

Lange hat es gedauert, denn die EU verwarf den Antrag unseres Finanzministers. Doch nun ist der neue FIXKOSTENZUSCHUSS II endlich beantragbar und wir geben daher nochmals einen detaillierten und aktualisierten Überblick:

Prinzipiell werden beim „Fixkostenzuschuss II“  Unternehmen aller Größen mit einem Sitz oder einer Betriebsstätte sowie einer operativen Tätigkeit in Österreich (Ausnahme: Finanz- und Versicherungssektor!) gefördert, um deren laufende Fixkosten zu decken. Dabei werden den Unternehmen, die auf Grund der COVID-19-Krise einen Umsatzausfall von mindestens 30 % verzeichnen, nicht rückzahlbare und direkte Zuschüsse zur Deckung von Fixkosten gewährt.

Achtung! Dieser Zuschuss steigt linear mit dem Prozentsatz des Umsatzausfalles und kann somit bis zu 100 % betragen! Die Untergrenze beträgt weiterhin EUR 500,-, die Obergrenze allerdings EU-konform nur mehr EUR 800.000,- pro Unternehmen.

Zuschüsse können für bis zu zehn individuelle Betrachtungszeiträume im Zeitraum vom 16. September 2020 bis zum 30. Juni 2021 gewährt werden. Die Beantragung ist daher für einen oder zwei geblockte Zeiträume möglich. Generell wird der Zuschuss der Phase 2 dann in zwei Tranchen (erste Tranche betrifft die Antragstellung bis 30. Juni 2021) ausgezahlt. Antragstellungen sind nunmehr seit dem 23. November 2020 bis zum einschließlich 31. Dezember 2021 möglich. PS: Es wurde für den „Fixkostenzuschuss II“ übrigens ein „2-Säulen-Modell“ ausgearbeitet: Parallel wird es eine Fixkosten-Verlust-Variante mit bis zu EUR 3 Mio. geben.

Zwar ist der Zuschuss (wie oben erwähnt) steuerfrei und nicht rückzahlbar (vorausgesetzt natürlich, dass keine falschen bzw. unkorrekten Angaben gemacht wurden!) aber er reduziert im Gegenzug die abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr, soweit diese durch diesen Fixkostenzuschuss abgedeckt sind.

Damit zudem nicht nur etablierte oder große Unternehmen in den Genuss kommen, wurden bei Phase 2 einige wesentliche Parameter speziell erstellt:

So können Gründer ihre Umsatzausfälle anhand einer Planungsrechnung plausibilisieren und Unternehmen, die weniger als 120.000 Euro Umsatz haben, können die Beihilfe in pauschalierter Form ermitteln.

Bei der Errechnung des Fixkostenzuschusses in Phase 2 ist folgendes wichtig bzw. bemerkenswert:

Die Basis ist ein Umsatzrückgang von mindestens 30 %. Dann werden 30% der Fixkosten ersetzt. Wenn eine Firma aber z.B. 85% Umsatzrückgang verzeichnen musste bzw. muss, dann werden auch 85 % der Fixkosten ersetzt. Sollte der Jahresumsatz im letzten Steuerjahr unter EUR 120.000,- liegen, dann können wahlweise auch pauschal 30 % des Umsatzausfalls als Fixkostenzuschuss angesetzt werden.

Beim Höchstbetrag von EUR 800.000,- gilt:

Er  ist um sonstige Zuwendungen zu vermindern, die auf Basis des befristeten EU-Beihilferahmens genehmigt werden (wie z.B. 100-%-Garantien). Für November 2020 und Anfang Dezember wird der Fixkostenschuss unterbrochen, wenn das Unternehmen einen Umsatzersatz für diesen Zeitraum erhalten hat. Achtung! Der Umsatzersatz muss stets  vor dem Fixkostenzuschuss beantragt werden!

Anmerkung zu weiteren Bedingungen:

Bedingung für diese Hilfsmaßnahme ist u.a., auch, dass Unternehmen „zumutbare Maßnahmen“ setzen müssen , um ihre Fixkosten zu reduzieren (z.B. Herabsetzung von Mieten, etc.). Auch darf über das Unternehmen in den letzten 5 Jahren keine rechtskräftige Finanzstrafe von über EUR 10.000,-  verhängt worden sein.

Wie wird der Fixkostenzuschuss beantragt?

Die Beantragung erfolgt über FinanzOnline. Die Höhe der Umsatzausfälle und Fixkosten ist durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter zu bestätigen, falls diese die Beantragung vornehmen.

Details zur Beantragung und zum Volumen:

Wird ein Zuschuss von höchstens EUR 36.000,- beantragt, muss dieser Antrag in der ersten Tranche nicht durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter erfolgen. Wird im Rahmen einer Pauschalierung ein Ersatz beantragt, kann der Unternehmer beide Tranchen selbst einreichen.

Wird im Zuge der ersten Tranche ein Zuschuss von EUR 36.000,- bis EUR 100.000,- beantragt, kann sich die Bestätigung des Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder Bilanzbuchhalters auf die Bestätigung der Plausibilität des (geschätzten) Umsatzausfalls sowie der (geschätzten) Fixkosten beschränken. Für die Beantragung der ersten Tranche sind der Umsatzausfall sowie die Fixkosten bestmöglich zu schätzen. Bei der ersten Tranche sind der Wertverlust saisonaler Ware (sofern nicht ermittelbar) und die Steuerberaterkosten noch nicht zu berücksichtigen.

Für die Auszahlung der zweiten Tranche ist dann die Übermittlung qualifizierter Daten aus dem Rechnungswesen erforderlich.

Wie erfolgt die Auszahlung in Phase 2?

Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen, wobei die erste Tranche seit dem 23. November 2020 beantragt werden kann und umfasst 80 % des voraussichtlich auszubezahlenden Betrags. Die Beantragung der zweiten Tranche erfolgt dann ab dem 1. Juli 2021.

Was ist unter dem Strich noch NEU im Vergleich zum Fixkostenzuschuss Phase 1?

  1. Der Fixkostenzuschuss II berechnet sich linear (z.B. bei 35 %Umsatzausfall gibt es eine Erstattung von 35 % der Fixkosten) anstatt in Stufen (z.B. 40 % Ausfall ergab vordem 25 % Ersatz).
  2. Der Zuschuss wird schon ab 30 % statt 40 % Umsatzausfall gewährt (und beträgt zudem bis zu 100 %).
  3. Auch Geschäftsführerbezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers (sofern nicht nach dem ASVG versichert) können bei Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft geltend gemacht werden.
  4. Die Definition der Fixkosten wird um AfA, fiktive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter und frustrierte Aufwendungen ergänzt.
  5. Personalaufwendungen, die für den Erhalt des Mindestbetriebes notwendig sind, können angesetzt werden.
  6. Leasingraten werden zur Gänze übernommen.
  7. Möglichkeit der Pauschalierung für Betriebe unter EUR 120.000,- Vorjahresumsatz