Ferialarbeiter vs. Ferialpraktikant – was ist zu beachten?

Ferienzeit ist Praktikumszeit. So mancher Schüler oder Student arbeitet in den Sommermonaten um etwas Geld zu verdienen. Es ergibt sich die Frage nach der Beschäftigungsform…

Ferienzeit ist Praktikumszeit. So mancher Schüler oder Student arbeitet in den Sommermonaten um etwas Geld zu verdienen. Es ergibt sich jedoch die Frage nach der Beschäftigungsform. Wer sind Ferialarbeiter, wer Ferialpraktikanten? Welche Beschäftigungsform wirkt sich steuerlich und versicherungstechnisch wie aus? Hier ein kleiner Überblick:

Ferialarbeiter bzw. Ferialangestellte
Eine Beschäftigung in diesem Segment erfolgt stets als Dienstnehmer in wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit gegen Entgelt (persönliche Arbeitspflicht, Weisungsgebundenheit, Kontrollunterworfenheit und organisatorische Eingliederung in den Betrieb). Sind diese Voraussetzungen gegeben, besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Entgelt laut dem jeweiligen Kollektivvertrag sowie anteilige Sonderzahlungen, Urlaub und eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Ferialarbeiter und Ferialangestellte müssen bei der Sozialversicherung als Dienstnehmer in den Beitragsgruppen A1 (Arbeiter), D1 (Angestellter), A1l (Landarbeiter) bzw. bei geringfügiger Beschäftigung in den Beitragsgruppen N14 (Arbeiter) bzw. N24 (Angestellter) angemeldet werden. Dauert das Dienstverhältnis länger als ein Monat, dann sind auch Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beiträge) zu entrichten.

„Echte“ Ferialpraktikanten
Unter dem Begriff „Ferialpraktikanten“ werden Schüler und Studenten tituliert, die ein im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebenes Pflichtpraktikum in einem Betrieb absolvieren. Der Ausbildungszweck und nicht die persönliche Arbeitsverpflichtung steht somit im Vordergrund. Das Praktikum kann ganzjährig absolviert werden.
Wesentlich ist, dass keine Beschäftigung in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit vorliegt und auch kein Anspruch auf Geld- und Sachleistungen besteht. Somit entfällt in derartigen Fällen die Anmeldung zur Sozialversicherung. Die Schüler und Studenten sind durch die Schüler- und Studentenunfallversicherung beitragsfrei unfallversichert. BV-Beiträge fallen ebenso nicht an. Es besteht arbeitsrechtlich kein Anspruch auf Entgelt laut Kollektivvertrag, Sonderzahlungen und Urlaub.

ACHTUNG! Erhält der Ferialpraktikant jedoch ein, sagen wir mal „Taschengeld“ vom Dienstgeber, dann unterliegt er der Lohnsteuerpflicht und ist unbedingt zur Sozialversicherung als Dienstnehmer anzumelden. BV-Beiträge fallen dann ab dem zweiten Beschäftigungsmonat an.