Erste Kernpunkte des 15-Milliarden-Hilfsfonds verlautbart!

In einer Pressekonferenz wurden heute erste Details des Hilfsfonds für Unternehmen vorgestellt. Anträge soll man ab 8. April 2020 einreichen können. Der Fonds selbst ist in zwei große Stoßrichtungen unterteilt.

Zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen und zum (allerdings nur teilweisen!) Ersatz von Fixkosten für Unternehmen wurden heute erstmals Details zum kommenden Covid-19-Hilfsfonds vorgestellt. Dabei handelt es sich um zwei Stoßrichtungen um die Engpässe zu überbrücken und Hilfestellung zu geben. Die erste Stoßrichtung sind Kreditgarantien für betroffene Unternehmen inklusive eines Einfrierens der Bonitätsprüfung, die zweite Stoßrichtung sind dagegen nicht rückzahlbare Zuschüsse & Ausgleichzahlungen. Hier der Überblick:

Kreditgarantien & Bonitätsprüfung

Um die Liquidität der Unternehmen zu sichern, können (bzw. müssen) diese Unternehmen Kreditanträge stellen, die zu 90% staatlich garantiert sind. Je nach Betroffenheit sind die Garantien für Kredite bis zur Höhe von einem Quartalsumsatz (sprich drei Monatsumsätzen) möglich. Ansprechpartner ab 8. April 2020 sollen die jeweiligen Hausbanken, über die auch die gesamten Maßnahmen abgewickelt werden sollen, sein. Die Kredite selbst würden mit maximal 1 Prozent verzinst. Die Dauer der Laufzeit wurde heute lt. Finanzminister mit fünf Jahren (inkl. Möglichkeit der Verlängerung auf weitere fünf Jahre) beziffert.

Zudem hat man von Seiten der Regierung mit KSV und Banken Übereinkunft erlangt, dass Bonitätsprüfungen die betroffenen ansuchenden Unternehmen nicht anders stellen bzw. bewerten wie vor der Corona-Krise. Somit wird die Bonitätsbewertung für die Corona-Krise selbst eingefroren.

Nicht rückzahlbare Zuschüsse & staatliche Ausgleichzahlungen

Um jetzt nicht auf den laufenden Kosten sitzenzubleiben, werden zudem nicht rückzahlbare Zuschüsse (a la „Covid-19-Härtefallfonds) gewährt. Diese betreffen (Fix-)Kosten wie Strom, Internet, Versicherungskosten, Mieten, fiktiver Unternehmerlohn, aber auch eingekaufte und jetzt verdorbene Ware auf denen Unternehmen sitzen oder saisonale Waren auf Lager, die jetzt durch die Schließungen nicht veräußert werden können. Diese Kosten sollen vom Staat übernommen werden. Außerdem sollen diese Zuschüsse auch steuerfrei bleiben. Der Corona-Hilfsfonds wird in diesem Segment über die neugegründete COFAG – Covid-19 Finanzierungsagentur abgewickelt werden.

Die Höhe eines Zuschusses soll sich an den jeweiligen Umsatzeinbrüchen bzw. fehlenden Einkünften orientieren und bemessen.

Mindestvoraussetzung für die Möglichkeit eines Antrags auf besagten nicht rückzahlbaren Zuschuss ist ein Umsatzrückgang ab mindestens 40 Prozent (d.h. darunter sind (Stand: 3. April 2020) keine Zuschüsse möglich!).

Je nach Betroffenheit teilen sich Zuschüsse in drei Stufen auf: Bei einem Umsatzrückgang von 40 bis 60 Prozent (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) werden 25 Prozent der Fixkosten ersetzt, bei 60 bis 80 Prozent sind es 50 Prozent Ersatz, bei 80 bis 100 Prozent Rückgang sogar 75 Prozent Ersatz.

Achtung! Abgerechnet wird erst mit Ende des Wirtschaftsjahres! (Da laut Gesetzgeber das Ende der Krise und der tatsächliche Umsatzverlust noch nicht errechnet werden kann!)

Apropos Zeiträume: Ausgleichszahlungen für Umsatzeinbußen werden generell erst ab dem 16. März berechnet (d.h. dem offiziellen Beginn der Krise bzw. Schließungen/Maßnahmen). Das gilt übrigens auch für Kreditstundungen (siehe unterer Zusatz „Kreditmoratorium“).

Auch die Anträge für diese Zuschüsse sollen ab 8. April möglich sein (eine definitive Verlautbarung reichen wir bei Einlangen natürlich sofort auf allen unseren Kommunikationskanälen an Sie weiter!).

Zusatz: Nur heimische Unternehmen & Niederlassungen

Sämtliche in den beiden Stoßrichtungen beschiebenen Maßnahmen des Covid-19-Hilfsfonds stehen nur österreichischen Firmen bzw. Firmen mit österreichischer Niederlassung (letztere nach Prüfung des heimischen Liquiditätsbedarfs) zur Verfügung. Der Liquiditätsbedarf muss laut Finanzminister ausschließlich in Österreich bestehen, heimisches Steuergeld darf nichts ins Ausland exportiert werden.

PLUS: Neues Gesetz für ein Kreditmoratorium

Im Nationalrat wird derzeit auch ein eigenes Gesetz für ein Kreditmoratorium vorgestellt. Betroffen davon sind drei Millionen Kredite für von der Corona-Krise betroffenen Verbrauchern und Kleinstunternehmern. Diese Kredite müssen von den Banken nun laut dem neuen Gesetz auf einen jeweiligen Antrag des Betroffenen gestundet werden, erklärt der Finanzminister ebenfalls bereits vorab in der Pressekonferenz.

EXTRA: Stopp für Dividenden und Boni

Dividendenauszahlungen werden per 3. Corona-Gesetz für ein Jahr gestoppt, auch Auszahlungen von Boni für Vorstandsmitglieder werden dabei beschränkt. Betroffen sind davon Unternehmen, die Staatshilfen und/oder Unterstützungen wie Kurzarbeit & Co beantragt haben.