Einkunftsart bei Wohnrechtsablösen

Einkunftsart bei Wohnrechtsablösen

Einkünfte aus privaten Grundstücksverkäufen unterliegen einem besonderen Steuersatz von 30%. Daher ist eine Unterscheidung bei der steuerlichen Behandlung von Wohnrechtsablösen von besonderer Bedeutung…

Bei Wohnrechtsablösen lauert so manche Steuerfalle hinsichtlich der richtigen Einkunftsart. Generell ist ein Wohnungsgebrauchsrecht ein höchstpersönliches und nicht übertragbares Recht, das keinerlei Wirtschaftsgutcharakter aufweist. So genannte „höchstpersönliche Rechte“ sind mit einer Person verbunden (sie „kleben an“) und erlöschen auch mit dieser Person. Sollte ein allfälliger Verzicht auf ein solches Recht verkauft und bezahlt werden, dann stellt die Zahlung sonstige Einkünfte da. Warum „sonstige Einkünfte“? Nun, schließlich können höchstpersönliche Rechte weder zivilrechtlich übertragen werden noch wird dabei ein selbständiges Wirtschaftsgut verkauft.

Nun führte das BFG (Bundesfinanzgericht) kürzlich aus, dass bei Änderung eines Kaufvertrages die festgelegte Einmalzahlung für den Verzicht auf das Wohnrecht KEINE sonstigen Einkünfte darstellt! Vielmehr sei die Zahlung im Zusammenhang mit dem Grundstücksverkauf zu sehen. Daher liege beim Verkäufer ein nachträglicher Veräußerungserlös vor.

Was trifft für mich zu?

Beachten Sie bitte, dass in der Tat ein einheitlicher Vorgang vorliegt, falls Sie ein ehemaliger Grundstückseigentümer sind und (auch nachträglich!!!) ein vorbehaltenes Wohnrecht aufgeben. Denn dadurch besteht steuerlich gesehen ein Zusammenhang mit der früheren Veräußerung der Liegenschaft (bzw. Wohnung/Haus, etc.). Somit wäre eine Zahlung als Grundstücksveräußerung anzusehen und naturgemäß mit 30 % Immobilienertragsteuer (ImmoESt) zu besteuern.

Waren Sie hingegen kein Grundstückeigentümer, dann liegen bei einem entgeltlichen  Verzicht auf ein  Wohnrecht tatsächlich die Bewertung „sonstige Einkünfte“ vor. Diese wären dann mit dem üblichen Einkommensteuertarifsatz (d.h. abhängig von Ihrem Einkommen beträgt die Spanne 0 % bis 55 %,) zu besteuern.