Die Einfuhrumsatzsteuer und der Vorsteuerabzug

Bitte aufpassen! Bei Importen aus Drittländern unterliegt die Einfuhr neben möglichen Zöllen nämlich auch einer „Einfuhrumsatzsteuer“, die ihrerseits eine Sonderform der Umsatzsteuer ist.

Diese Steuerschuld der Einfuhrumsatzsteuer entsteht nach zollrechtlichen Vorschriften zum Zeitpunkt der Entgegennahme einer Zollanmeldung. Dabei gilt der „Anmelder beim Zoll“ als Steuerschuldner, egal ob es sich um einen Unternehmer oder einen Nichtunternehmer handelt. Führt also ein Unternehmer Dinge für sein Unternehmen ein, so kann die auf dem Finanzamtskonto verbuchte bzw. bar entrichtete Einfuhrumsatzsteuer bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen aber auch als Vorsteuer abgezogen werden.

Aber es darf jedoch nur jener Unternehmer die Vorsteuer geltend machen, für dessen Unternehmen Gegenstände eingeführt wurden und der zum Zeitpunkt der Einfuhr auch die umsatzsteuerrechtliche Verfügungsmacht über die eingeführte Ware hatte.

Sonderfall umsatzsteuerlicher Lieferort im Ausland

Wenn der der Lieferort aus umsatzsteuerlicher Sicht im Ausland liegt dann gilt der Abnehmer als Vorsteuerabzugsberechtigter. Ist bei Lieferungen aus einem Drittland jedoch z.B. die Lieferkondition „verzollt und versteuert“ vereinbart, so wird der Lieferer oder sein Beauftragter als Anmelder beim Zoll Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer. Daher ist in diesem Fall der Lieferer berechtigt, die Einfuhrumsatzsteuer zum Abzug zu bringen.

ACHTUNG! Keinesfalls berechtigt für einen Abzug der Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer sind jedoch Spediteure, Frachtführer und/oder Handelsvertreter.

Kanzleitipp: Da neben den vorab erwähnten Grundbedingungen in Einzelfällen zudem zahlreiche umsatzsteuerliche und zollrechtliche Besonderheiten zu beachten sind, lohnt ein zeitnaher Kontakt mit uns, um Sie bei der Abwicklung von Warenimporten steuerlich zu unterstützen und individuell zu beraten.