COVID-19 Lockdown 2: Umsatzersatz und neue Hilfen sind angedacht

COVID-19 Lockdown 2: Umsatzersatz und neue Hilfen sind angedacht

Bedingt durch die Implementierung des bundesweiten zweiten Lockdowns im Rahmen der COVID-19-Krise, wurden von der Regierung begleitend auch schon erste Hilfsmaßnahmen angekündigt. So z.B. der „Umsatzersatz“:

Das neue und ganz spezielle Hilfspaket  „UMSATZERSATZ“  soll es Betrieben diesmal zeitnah und besser ermöglichen, ihre Zahlungsfähigkeit zu erhalten und Liquiditätsschwierigkeiten zu überbrücken. Zudem sollen lt. Aussage der Regierung damit vor allem Arbeitsplätze in den betroffenen Unternehmen gesichert und (weitere) Kündigungen vermieden werden.

Wer bzw. welche Branchen bekommen  den Umsatzersatz?

Jene Betriebe, deren Umsatz und Existenz unmittelbar von der Verordnung namens „COVID-19-SchuMaV“ schwer betroffen ist.  Dabei bleibt jedoch abzuwarten, wie die finale und gültige Version der neuen und derzeit noch in Erarbeitung befindlichen Richtlinie für den „Umsatzersatz“ ausschauen wird. Dies vor allem in Hinsicht auf die Voraussetzungen, die zur Stunde ja noch nicht genau definiert sind. Der Branchenbegriff für betroffene Betriebe richtet sich lt. Ankündigung ausschließlich nach ÖNACE. Die Details werden jedoch erst in der (wie oben erwähnt) ja erst auszuarbeitenden Richtlinie aufgezählt werden. Erste aktuelle und weiterführende Infos gibt es aber schon unter DIESEM LINK!

Wie und wo erfolgt der Antrag auf Umsatzersatz?

Der Antrag auf Gewährung des Umsatzersatzes soll einfach und direkt über FinanzOnline erfolgen.

Wer  kann der Umsatzersatz beantragen?

Der neue Umsatzersatz kann a)  vom betroffenen Unternehmen selbst, oder  b) von einem vom jeweiligen Unternehmen für die Beantragung des Umsatzersatzes bevollmächtigten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter beantragt werden.

Welche Umsätze müssen Antragsteller angeben?

Um rasche Hilfe zu erhalten ist eine Reduktion des  Berechnungsaufwands beim Antragsteller angedacht. Es ist daher geplant, dass die Bemessungsgrundlage von der Finanzverwaltung für den Antragsteller aufgrund seiner vorhandenen abgabenrechtlichen Daten digital und vollautomatisch errechnet wird.

Welche Grundvoraussetzung als Anspruchsvoraussetzung soll es geben?

Eine unbedingte  Grundvoraussetzung wird schon jetzt vorab kommuniziert. Nämlich jene,  dass nur jene Betriebe die Hilfe in Form des Umsatzersatzes beantragen können, die hinsichtlich ihrer Mitarbeiter eine „Jobgarantie“ abgeben (d.h. sich dazu verpflichten keine Mitarbeiter zu entlassen)!

Wie hoch wird dieser Umsatzersatz sein?

Der Umsatzersatz wird (Stand heute) 80 Prozent des Umsatzes für den – in der Lockdown 2-Verordnung vorgesehenen Zeitraum – ausmachen und aus Vergangenheitsdaten (wie z.B. den Daten des Geschäftsjahres 2019) pauschal ermittelt werden.

Wie lange ist die Antragsfrist für den Umsatzersatz?

Der Antrag soll spätestens bis 15. Dezember 2020 über FinanzOnline eingebracht werden.

Ab wann kommt es zur Auszahlung?

Derzeit wird von einem Zielzeitraum von einer Arbeitswoche zwischen Antragstellung und Auszahlung ausgegangen. Es wird jedoch wohl so sein, dass vor allem in der Anfangsphase die Bearbeitung der Anträge etwas länger dauern wird.

Wie erkennt man ob der Antrag erfolgreich eingebracht wurde?

Sobald der Antrag auf Umsatzersatz über FinanzOnline abgesendet wurde, erhält man dort  eine Rückmeldung. Diese Rückmeldung kann dann auch über das Menü Admin/Postausgangsbuch überprüft werden.

Generell muss dieser Umsatzersatz NICHT ZURÜCKGEZAHLT werden! Bei Missbrauch oder bei Verletzung der Auskunfts- oder Sorgfaltspflichten des Unternehmens bzw. Antragstellers bei der Beantragung, ist die auszahlende Stelle jedoch berechtigt einen gewährten Umsatzersatz ganz oder teilweise zurückzufordern. PS: In den Anträgen getätigte Angaben werden übrigens von der Finanzverwaltung automationsunterstützt überprüft bzw. die Antragsinformationen, die Auszahlungshöhe und die Umstände, ob Voraussetzungen zur Antragstellung laut den (noch kommenden finalen) Richtlinien vorliegen, im Nachhinein kontrolliert.

HILFE 2: AMS zahlt EUR 100,- netto an Mitarbeiter von Lockdown2-betroffene Branchen

Als weitere Maßnahme, die direkt den unmittelbar vom Lockdown 2 betroffenen Mitarbeitern gewisser Branchen (wie z.B. Gastronomie, Hotellerie, etc.) zugutekommen sollen, wird auch eine Direktzahlung in der Höhe von EUR 100,- netto als „Trinkgeldersatzpauschale“ avisiert.

Adaptionen auch bei KURZARBEIT PHASE III

Ebenfalls vom Lockdown 2 betroffen ist das Hilfspaket „Kurzarbeit Phase III“.  Bislang sollten Arbeitnehmer zumindest 30% (in Ausnahmefällen auch inkl. Zustimmung der Sozialpartner nur 10%) während der Kurzarbeit arbeiten. Doch der neue Lockdown macht dies in vielen Branchen nicht mehr praktikabel und so ist auch hier eine wesentliche Adaption angedacht. Ab jetzt soll es möglich werden, dass besagte Arbeitnehmer ganz zu Hause bleiben dürfen, trotzdem jedoch 90 Prozent des Entgelts erhalten.

PS:  Zu allen genannten Themen werden in den nächsten Tagen sicherlich weitere Details und auch Erlässe folgen. Wir halten Sie dazu natürlich auf dem Laufenden.