Covid-19-Krise: FAQ hinsichtlich Corona-Kurzarbeit – UPDATE 24. März 2020

Neben den beiden brandneuen Sozialpartnervereinbarungsformularen, die nun zur Verfügung stehen (!), gibt es ein neues Handlungsformular & organisatorische Änderungen! Zudem geben wir auch einen Überblick über weitere Details & FAQs zur Corona-Kurzarbeit inklusive verschiedene weitere Updates:

Sie sind endlich da! In finaler Form und auch gleich zum Ausfüllen dürfen wir Ihnen diese beiden Sozialpartnervereinbarungsformulare zur Corona-Kurzarbeit zur Verfügung stellen:      Das Formular „Sozialpartnervereinbarung – Betriebsvereinbarung“ können Sie HIER downloaden.

Das Formular „Sozialpartnervereinbarung – Einzelvereinbarung“ in der neuesten (dritten) Version (Stand: 23. März 2020!) können Sie HIER downloaden.

Achtung! UPDATE 24. März 2020 hinsichtlich des Handlungsformulars für die Corona-Kurzarbeit. Das neue Formular können Sie im PDF-Format HIER downloaden. NEU! Bitte beachten Sie, dass die Dienstgeber die Sozialpartnervereinbarung nun doch an die WKO und Gewerkschaft schicken müssen!

Zudem wollen wir Ihnen auch noch einen weiteren Überblick & Antworten auf etwaige Fragen zu diversen Details geben:

Wer kann die Corona-Kurzarbeit beantragen?

Kurzarbeit ist für alle Unternehmen unabhängig von der jeweiligen Betriebsgröße und der jeweiligen Branche möglich.

Gibt es Vorteile und  Nachteile der Corona-Kurzarbeit?

Ja. Der Vorteil ist, dass Personal im Betrieb gehalten werden kann (nicht in die Arbeitslosigkeit geschickt wird) und nach Erholung der Lage von Betrieben rasch wieder reagiert werden kann. Der Nachteil: Arbeitgeber können das Entgelt erst im Nachhinein mit dem AMS abrechnen. Es kann daher zu kurzfristigen Liquiditätsengpässen kommen.  Fazit: Kurzarbeit bringt daher keine finanzielle Entlastung für die Betriebe.

Wie lange kann Corona-Kurzarbeit beantragt werden?

Zunächst für drei Monate, bei Bedarf kann dann auch um weitere drei Monate verlängert werden.

Wie lange kann die Arbeitszeit auf „Null“ reduziert werden?

Über den gesamten  Durchrechnungszeitraum kann um maximal 90 Prozent reduziert werden. Das können je nachIndividualfall mehrere Wochen sein. Ein Fallbespiel der AK verdeutlicht dies:

„Mit dem Vollzeitarbeitnehmer (38,5 Wochenstunden) werden zunächst 3 Monate Kurzarbeit mit der (maximal niedrigsten) Arbeitszeit von 10 Prozent vereinbart. Gleichzeitig wird vereinbart, dass zum Einstieg solange wie möglich null Stunden gearbeitet werden. 3 Monate entsprechen i.d.R. 13 Wochen. Die Gesamtarbeitszeit während der Kurzarbeitsperiode beträgt daher mathematisch  13 x 3,85 Stunden = 50,05 Stunden (50 Stunden und 3 Minuten). Damit kann der Arbeitnehmer zunächst die ersten 11 Wochen mit 80 bis 90 Prozent des Nettoentgelts zu Hause bleiben, steigt dann aber in der 12. Woche mit 11 Stunden 33 Minuten wieder ein und leistet sodann in der 13. Arbeitswoche wieder 38,5 Stunden Vollarbeit.“

Wie viel Geld erhält der Arbeitnehmer bei der Corona- Kurzarbeit?

Bruttoeinkommen bis zu EUR  1.700,- =  90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.

Bruttoeinkommen bis zu EUR  2.685,- Euro = 85 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.

Ab EUR 2.686,– an Bruttoeinkommen = 80 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.

PS: Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben.

Aber Achtung! Dies gilt nicht für den Einkommensteil darüber!

Muss der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge weiter bezahlen?

Im neuen Corona-Kurzarbeitsmodell übernimmt das AMS die Beiträge schon ab dem ersten Tag! Und nicht erst ab dem vierten Monat wie bisher bei der normalen „Kurzarbeitsregelung“.

Darf während der Kurzarbeit gekündigt werden?

Der Beschäftigtenstand im Betrieb muss während der Cornoa-Kurzarbeit gleichgehalten werden. Kündigungen sind daher nur bei gleichzeitiger Neueinstellung möglich. Nach Ende der Kurzarbeit gibt es zudem eine einmonatige Behaltefrist. Sinn und Zweck der Kurzarbeit ist aus Sicht der Dienstnehmer und der Regierung ja der Erhalt des Arbeitsplatzes beim Arbeitgeber/Unternehmen.

UPDATE: Urlaubsanspruch & Zeitguthaben

HIER gibt es per 18. März 2020 ein aktuelles Update: Galt in den letzten Tagen nach Einführung der Corona-Kurzarbeit bei der Frage „ob Alturlaube (sprich der gesamte Urlaubsanspruch aus Vorjahren) aufgebraucht werden muss“ noch eine unbedingte Notwendigkeit dazu, so wurde dies heute nun vom Gesetzgeber geändert bzw. aufgehoben! In der neuen Corona-Kurzarbeit-Richtlinie lautet der gegenständliche Satz nun „Die Arbeitgeber sind tunlichst dazu angehalten, Alturlaube abzubauen“.

DAHER MÜSSEN ALTURLAUBE nun laut Gesetz (vor Beginn oder während der Kurzarbeit) NICHT MEHR ZWINGEND ABGEBAUT WERDEN!

Ist es aus Sicht der Unternehmen dann nicht sinnvoller zu kündigen (inkl. Wiedereinstellzusage)?

Das ist sicher unbürokratischer (besonders in Saisonbranchen ist dies ein gängiges Prozedere). Für Arbeitnehmer ist es jedoch die schlechtere Lösung, weil das Arbeitslosengeld (Nettoersatzrate) wesentlich geringer ist als die Kurzarbeitsbeihilfe, die auch die vollen Lohnnebenkosten enthält.

Außerdem ist eine Wiedereinstellzusage nicht bindend! Und noch etwas (für Unternehmer): AMS kann Arbeitslose jederzeit woanders hin vermitteln und so können Personalressourcen & Know-how verloren gehen!

Unternehmer sollten also die eigene Situation evaluieren und gegebenenfalls mit uns Rücksprache halten!

SERVICE-TIPP:

Die topaktuelle Ausgabe des Informationsfolders des Bundesministerium für Arbeit, Familie & Jugend steht HIER als PDF-Download zur Verfügung!