Corona Kurzarbeit: Reform und Verlängerung per 1. Juni 2020

Corona Kurzarbeit: Reform und Verlängerung per 1. Juni 2020

Eine neue Sozialpartnervereinbarung und (dringend notwendige) Reformen bzw. Adaptionen sollen die Corona Kurzarbeit mit weniger Bürokratie, mehr Rechtssicherheit sowie einer Verlängerung ab 1. Juni 2020 noch attraktiver und hilfreicher machen.

Um der Wirtschaft zu helfen und um dringende Adaptierungen und Reformen der eigens für die Covid-19-Krise geschaffenen (aber nicht immer wie gewünscht wirksamen) Corona Kurzarbeit durchzuführen, wurde zwischen der Bundesregierung und den Gewerkschaften eine neue Sozialpartnervereinbarung geschaffen. Sie zielt auf wesentliche Verbesserungen, Rechtssicherheit und weniger Bürokratie ab und gilt ab 1. Juni 2020 sowohl für Betriebe, die schon in Kurzarbeit sind und diese verlängern wollen, als auch für Unternehmen, die erstmals diese Kurzarbeit beantragen. Hier ein Überblick über die Änderungen und Eckpunkte:

Entsprechende Lohnerhöhung bei mehr Arbeitszeitleistung

Während der Kurzarbeit bekommen Arbeitnehmer weiterhin ein Einkommen in Höhe von 80 %, 85 % oder 90 % im Vergleich zum ursprünglichen Nettoeinkommen. Wenn in einem Monat dennoch mehr Arbeitszeit geleistet wird, steht den Arbeitnehmern für diesen Monat nun eine entsprechend höhere Entlohnung zu.

Entfall von Arbeitszeit für mehrere Wochen

Die Arbeitszeit im gesamten Kurzarbeitszeitraum muss (wie bisher) grundsätzlich mindestens 10 % der ursprünglichen Arbeitszeit betragen, sie kann für einige Wochen aber auch ganz entfallen. Den Arbeitnehmern ist binnen einem Monat ab Beginn der Kurzarbeit eine Kopie der Sozialpartnervereinbarung oder ein einseitiger Kurzarbeitsdienstzettel auszuhändigen.

Erhöhte Arbeitszeit bei bestehender Vereinbarung

Zur Erleichterung des Hochfahrens der Wirtschaft kann der Arbeitgeber nun unter bestimmten Voraussetzungen eine höhere Arbeitszeit anordnen als grundsätzlich vereinbart. Unternehmen müssen die Sozialpartner bei Arbeitszeitänderungen künftig nicht mehr verständigen.

Lockerungen bei Beschäftigtenstand

Klarstellungen und Lockerungen sollen den Beschäftigtenstand sichern und Unternehmen helfen. So entfällt etwa mit Zustimmung der Gewerkschaft oder des AMS-Regionalbeirats die Behaltepflicht nach der Kurzarbeit.

Verlängerung der Corona Kurzarbeit

Die Corona-Kurzarbeit war zunächst mit drei Monaten befristet und kann nun um bis zu drei Monate verlängert werden. Vereinbarungen, die zum frühestmöglichen Zeitpunkt am 1. März 2020 begonnen haben, können also mit 1. Juni 2020 verlängert werden. Unternehmen, die schon Anträge auf Basis der alten Vereinbarung eingereicht haben, werden vom AMS verständigt!

Nach Abschluss der Vereinbarung laden Unternehmen diese über das eAMS-Konto im Zuge der Antragstellung über den Erst- oder Verlängerungsantrag hoch. Die Vereinbarung braucht dazu nicht mehr den Sozialpartnern übermittelt oder erneut mit den Sozialpartnern abgestimmt werden (dies erfolgt automatisch vonseiten des AMS!).

Achtung! Die Mai-Löhne sollten noch entsprechend der aktuellen Handlungsempfehlung abgerechnet werden.

Sämtliche Details über alle Änderungen in der Sozialpartnervereinbarung finden Sie bitte HIER.

Die Corona Kurzarbeit – Sozialpartnervereinbarung: Formular Einzelvereinbarung ab 1.Juni 2020 steht im Word-Format HIER zum Download zur Verfügung.

Die Corona Kurzarbeit – Sozialpartnervereinbarung: Formular Betriebsvereinbarung ab 1.Juni 2020steht im Word-Format HIER zum Download zur Verfügung.