CORONA-HILFSFONDS: Anträge sind ab 8. April 2020 und Registrierungen ab 15. April 2020 möglich + UPDATE

Der von der Regierung ins Leben gerufene Corona-Hilfsfonds für von der Covid-19-Krise betroffene Unternehmen kann nun endlich beantragt werden. Dabei gibt es für die jeweiligen Anträge & Registrierungen allerdings zwei Starttermine innerhalb einer Woche. PLUS: Update zum Download als PDF. Bitte HIER klicken!

Der Corona-Hilfsfonds soll bekanntlich von der Covid-19-Krise betroffene heimische Unternehmen unterstützen und sowohl Liquiditätssicherung als auch Unterstützung bieten.  Unterteilt ist der Hilfsfonds in zwei verschiedene Stoßrichtungen (nämlich einerseits Kreditgarantien für Überbrückungskredite inkl. Staatshaftung und andererseits nicht rückzahlbare Direkt- bzw. Betriebszuschüsse) und zwei Antragswege, die allesamt online erfolgen müssen. Wir haben für Sie die aktuellsten Eckdaten hinsichtlich der Betriebszuschüsse  oder der Kreditgarantien in einer Übersicht (natürlich inklusive der Anspruchsvoraussetzungen, Details und vieles andere mehr) zusammengefasst, die bei Bedarf ständig einem Update unterzogen wird (unsere aktuellste Update-Broschüre erhalten Sie als PDF- Download HIER ):

Welchen Unternehmen steht der Corona Hilfsfonds zur Verfügung?

Unternehmen und Branchen, die durch die staatlichen Maßnahmen besonders betroffen sind und dadurch Liquiditätsprobleme haben. Zudem wird auch finanzielle Hilfe für Unternehmen, die in Folge der Corona Krise mit großen Umsatzeinbußen und der Gefährdung ihrer Geschäftsgrundlage konfrontiert sind, gewährt.

Wo beantrage ich als Unternehmer/Unternehmerin Hilfe?

Generell wickelt die neu gegründete „COFAG – Covid-19 Finanzierungsagentur“ gemeinsam mit aws-Austrian Wirtschaftsservice, ÖHT und OeKB den Corona-Hilfsfonds ab.

Wenn ich eine Kreditgarantie des Staates in Anspruch nehmen und somit einen Antrag darauf stellen will, dann kann ich das bereits ab Mittwoch, den 8. April 2020 online tun. Die Antragstellung betreffend Kredit-Garantien ist im Wege meiner Hausbank möglich.

Will ich aber einen nicht rückzahlbaren Betriebszuschuss beantragen, dann muss ich mich mit meinem Antrag online erst ab Mittwoch, den 15. April 2020 an die „aws“ wenden (eine Antragsplattform (wie zuvor beim bereits laufenden „Covid-19-Härtefonds“ ist derzeit noch in Ausarbeitung).

KERNTHEMA „KREDITGARANTIEN“:   Wer kann sie wann beantragen? In welcher Höhe sind Kredite & Garantien möglich? Welche Kosten entstehen? Und wie, wo und mit wem fülle ich die Anträge dafür aus?

Der österreichische Staat stellt über die „COFAG“  Garantien für Kredite aus, die ausschließlich zur Liquiditätssicherung und zur Überbrückung der Krise und ihrer Folgen dienen sollen.

Beantragt können diese Kredite von Unternehmen werden, die ihren Standort und die Geschäftstätigkeit in Österreich sowie ausschließlich einen Liquiditätsbedarf für einen heimischen Standort vorweisen können. Zudem besteht für Aktiengesellschaften eine Verpflichtung, dass Boni nur bis zu 50% der letztjährigen Boni ausgeschüttet werden und keine Dividendenzahlungen von 16. März 2020 bis 16. März 2021 getätigt werden darf.

Die COFAG-Garantie zur Besicherung von Betriebsmittelkrediten deckt dann 90% der gesamten Kreditsumme ab, den Rest von 10% trägt die jeweilige Hausbank. Als Obergrenze sind maximal 3 Monatsumsätze bzw. maximal 120 Millionen Euro festgelegt. Die Laufzeit beträgt maximal fünf (5) Jahre und kann um bis zu weitere fünf (5) Jahre verlängert werden. Dafür sind natürlich auch Entgelte fällig. Der Kreditzinssatz beträgt aber höchstens 1%. Die von der EU vorgeschriebenen Garantieentgelte bewegen sich je nach Größe des Unternehmens und nach der Laufzeit zwischen 0,25% und 2% der Kreditsumme.

Beantragen kann ich diese Kredite & Garantien ausschließlich bei meiner Hausbank! Diese wird nämlich von der COFAG jeweils als „Single Point of Contact“ angesehen und füllt auch gemeinsam mit mir/meinem Unternehmen (online) den entsprechenden Antrag aus. Je nach Unternehmen leitet meine Hausbank dann den Antrag an die OeKB (bei Großunternehmen), die ÖHT (Tourismusbetriebe) oder die „aws“ (Klein- und Mittelbetriebe) weiter.

Ziel ist dann, den Antrag von Antragsstellung bis Genehmigung innerhalb von sieben (7) Werktagen abzuwickeln, sodass im besten Fall (Antrag schon am 8. April 2020) schon am 15. April erste Auszahlungen erfolgen können.

Wann kann ich keinen Antrag auf Kredite & Garantien stellen?

Nicht hilfs- bzw. finanzierungsfähig sind Umschuldungen von Krediten, Investitionen oder Dividendenzahlungen von 16.März 2020 – 16.März 2021, sowie Boni an Vorstände (begrenzt auf maximal bis zu 50% des Vorjahres) und/oder Aktienrückkäufe.

KERNTHEMA „NICHT ZURÜCKZAHLBARE FIXKOSTEN-ZUSCHÜSSE“:   Wer kann sie wann beantragen? Wie wird mir geholfen? Welche Bereiche sind betroffen und werden ersetzt? Bekomme ich einen unternehmerlohn? Wie, wo und mit wem fülle ich die Anträge dafür aus?

Nicht rückzahlbare Fixkostenzuschüsse werden generell zur Deckung der (wie der Name schon sagt) Fixkosten für Unternehmen in der Covid-19-Krise gewährt. Zudem wird – analog zur geltenden Bestimmung des Covid-19-Härtefonds für EPU & Co. – aber auch ein Unternehmerlohn (als Teil dieser Fixkostenzuschüsse!) gewährt.

Als Fixkosten werden von Seiten des Gesetzgebers grundsätzlich Geschäftsraummieten (wenn der Mietzins nicht reduziert werden konnte und in unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit steht), Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen (sofern diese nicht gestundet werden konnten), betriebsnotwendige, vertragliche Zahlungsverpflichtungen (die nicht gestundet oder reduziert werden konnten), Lizenzkosten, oder Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation angesehen. Zudem sieht der Gesetzgeber bei einem Wertverlust von verderblichen oder saisonalen Waren (sofern diese während der Covid-19-Maßnahmen mind. 50 % des Wertes verlieren) eine glaubhafte Begründung für die Gewährung des Zuschusses.

Bedingungen zur Inanspruchnahme und für den Antrag per se sind:

Ein Standort und eine Geschäftstätigkeit, sowie der operative Anfall von Fixkosten in Österreich. Zudem muss bedingt durch den Coronavirus und die staatlichen Maßnahmen dagegen, ein Umsatzverlust von mindestens 40% vorliegen. Außerdem müssen die Unternehmen all zumutbaren Maßnahmen setzen um Fixkosten zu reduzieren und Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten (z.B.  Covid-10-Kurzarbeit oder Beibehaltung des Personalstandes) und es muss sich – vor der Covid-19-Krise um ein „gesundes Unternehmen“ gehandelt haben.  Unternehmen die Arbeitskräfte entlassen haben daher keinen Anspruch (ebenso wenig wie  Unternehmen, die wirtschaftlich nicht „gesund“ waren)!

Der Fixkostenzuschuss selbst ist in drei Varianten gestaffelt und abhängig vom Umsatzausfall des Unternehmens. Wenn diese binnen drei (3) Monaten den Betrag von EUR 2.000,- übersteigen, dann zahlt der Bund:

40 – 60% Ausfall: 25% Ersatzleistung

60 – 80% Ausfall: 50% Ersatzleistung

80-100% Ausfall: 75% Ersatzleistung

Als Bemessungsgrundlage zur Errechnung für die Fixkosten dienen dabei die Fixkosten (wie oben genannt) sowie die Umsatzausfälle des Unternehmens zwischen 15. März 2020 und Ende der Covid-Maßnahmen.

Anträge für den nicht rückzahlbaren Zuschuss müssen generell über (das neue, noch fertig zu stellende) online-Tool des „aws-Austrian Wirtschaftsservice“ gestellt werden. Die Antragstellung bzw. Registrierung eines Antrags soll ab Mittwoch, den 15. April 2020 möglich sein.  Registrierungen sind übrigens bis 31. Dezember 2020 möglich, die Abgabe des vollständigen Antrags dann bis 31. August 2021! Die Auszahlung genehmigter Zuschüsse erfolgt dann übrigens über die Hausbank in Abstimmung mit dem „aws“.

Aber Achtung! Eine Auszahlung erfolgt in der Regel erst nach Feststellung des Schadens, somit nach Ende des Wirtschaftsjahres und nach Einreichung der Bestätigung des Steuerberaters bzw. des Wirtschaftsprüfers über den Umsatzrückgang und die ersatzfähigen Fixkosten.

Warum?

Nun, alle Anträge haben eine präzise Darstellung der tatsächlich entstandenen Fixkosten und der tatsächlich eingetretenen Umsatzausfälle in der Periode vom 15. März 2020 bis zum Ende der Covid-19-Krise zu enthalten. Die Angaben sind übrigens vor Einreichung von einem  Steuerberater und/oder Wirtschaftsprüfer zu prüfen und zu bestätigen (wenden Sie sich bitte daher an Ihre Betreuerin bei uns). Die für eine Überprüfung benötigten Unterlagen müssen zudem bei Verlangen des „aws“ ausgehändigt werden, um eine ordnungsgemäße Verwendung der Mittel sicherzustellen.

Daher unser dringender Kanzleihinweis: BITTE NEHMEN SIE DIE REGISTRIERUNG BEI DER „AWS“ RASCH UND ZEITNAH VOR. HINSICHTLICH DER ANTRAGSTELLUNG SELBST IST HINGEGEN ÜBERHAUPT KEINE EILE GEBOTEN, DA SIE JA ERST NACH BEENDIGUNG DER KRISE UND VORLIEGEN ALLER (wie oben beschriebenen) DATEN & UNTERLAGEN VORGENOMMEN WERDEN KANN UND EINE AUSZAHLUNG VON ZUSCHÜSSEN IN DER REALITÄT FRÜHESTENS ERST NACH DEM 31. DEZEMBER 2020 MÖGLICH IST!

PS: Beim Fixkostenzuschuss gibt es natürlich auch Obergrenzen. Zuschüsse sind pro Unternehmen mit maximal 90 Millionen Euro beschränkt. Der Zuschuss selbst ist nicht rückzahlbar aber er reduziert natürlich die steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr.

PPS: Und es gibt natürlich auch Ausnahmen, die keinen Fixkostenzuschuss beantragen können:

So z.B. Unternehmen, die per 31. Dezember 2019 mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt haben und dabei Mitarbeiter gekündigt haben, statt die Kurzarbeit nach Ausbruch der COVID-19-Krise in Anspruch zu nehmen. Auch der gesamte Finanz- und Versicherungsbereich (Banken, Kreditinstitute, Versicherungen, Wertpapierfirmen und andere Finanzunternehmen, die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen unterliegen, haben keinen  Anspruch auf diese staatliche Maßnahme!

Anmerkung: Diese Übersicht zeigt naturgemäß nur grundlegende Aspekte des großen Themas auf – für eine Vollständigkeit und Richtigkeit kann daher trotz sorgfältiger Erstellung keine Gewähr geleistet werden. Aber selbstverständlich beraten wir Sie sehr gerne und ganz individuell und punktgenau sowie im Detail auf Ihre Situation abgestimmt.

(Sämtliche Angaben beruhen auf dem Stand vom 7. April 2020!)