CH & LIE–Kapitalzuflüsse: So entgehen Sie massiven Strafen!

Das Kapitalabfluss-Meldegesetz verpflichtet Kreditinstitute, der Finanz am 31. Dezember 2016 Kapitalzuflüsse ab EUR 50.000 aus Schweiz oder Liechtenstein zu melden…

Durch das Kapitalabfluss-Meldegesetz werden heimische Kreditinstitute verpflichtet, am 31. Dezember 2016 der Finanz Kapitalzuflüsse aus Schweiz oder Liechtenstein in Höhe von zumindest EUR 50.000,- (egal ob auf Konten oder Depots) zu melden.
Folgende Zeiträume sind dabei betroffen: Zwischen 1. Juli 2011 und 31. Dezember 2012 aus der Schweiz bzw. zwischen 1. Januar 2012 und 31. Dezember 2013 aus Liechtenstein.

Die Meldepflicht betrifft ausschließlich österreichische Konten und Depots von natürlichen Personen sowie jene von liechtensteinischen Stiftungen und stiftungsähnlichen Anstalten.

Folgende Kapitalzuflüsse werden gewertet:
1. Einzahlung und Überweisung von Sicht-, Termin- und Spareinlagen;
2. Einzahlung und Überweisung im Rahmen der Erbringung von Zahlungsdiensten oder im Zusammenhang mit dem Verkauf von Bundesschätzen;
3. Übertragung von Eigentum an Wertpapieren mittels Schenkung;
4. Verlagerung von Wertpapieren in inländische Depots;

Bei nicht ordnungsgemäßer Versteuerung derartiger Kapitalzuflüsse (die dann von Kreditinstituten per Meldepflicht offen gelegt werden) haben Betroffene nur zwei Möglichkeiten:
a. Entweder vorab eine Nachversteuerung der Kapitalzuflüsse mittels anonymer Einmalzahlung; oder

b. eine Selbstanzeige vor Meldung der Zuflüsse durch das Kreditinstitut. Nur mit diesen Möglichkeiten kann man massiven Geldstrafen und/oder Freiheitsstrafen entgehen.

Anonyme Einmalzahlungen
Möchte der Inhaber der Konten und Depots eine anonyme Einmalzahlung mit Abgeltungswirkung zur Nachversteuerung wählen, so hat eine unwiderrufliche Erklärung an das Kreditinstitut bis zum 31. März 2016 zu erfolgen. Die Einmalzahlung ist in Höhe von 38 % der meldepflichtigen Zuflüsse zu entrichten. Das Kreditinstitut muss die Steuer bis zum 30. September 2016 einbehalten und abführen. Aufgrund der Abfuhr der Steuer ist die Bank dann nämlich nicht mehr verpflichtet, eine Meldung an die Finanz abzugeben.

Selbstanzeige vor Meldung durch das Kreditinstitut
Wird die oben erwähnte Variante nicht gewählt, so sollte eine Selbstanzeige erstattet werden, um eine damit einhergehende strafbefreiende Wirkung zu erlangen. Die Meldung über erfolgte Kapitalzuflüsse der Bank bis 31. Dezember 2016 gilt als Tatentdeckung durch die Behörde, deshalb sollte eine Selbstanzeige unbedingt noch weit vor dem 31. Dezember 2016 erfolgen, um eine strafbefreiende Wirkung sicherzustellen.