Ausländische Depots: Kapitalerträge bitte versteuern!

Ausländische Depots: Kapitalerträge bitte versteuern!

Kapitalerträge, die auf einem ausländischen Wertpapierdepot vereinnahmt werden, müssen von Privatanlegern im Nachhinein in der Steuererklärung angeführt werden…

Werden  Privatpersonen Kapitalerträge (z.B.  Dividenden, Veräußerungsgewinne aus Aktienverkäufen, etc.) auf einem inländischen Wertpapierdepot gutgeschrieben, dann wird von (inländischen) Kreditinstituten generell automatisch eine Kapitalertragsteuer in Höhe von 27,5% einbehalten. Eine Aufnahme in die Einkommensteuererklärung ist daher nicht mehr notwendig.

Anders sieht es bei Kapitalerträgen in Auslandsdepots aus. Diese sind nämlich auch dann in der österreichischen Einkommensteuererklärung aufzunehmen, wenn im Ausland bereits eine Quellensteuer einbehalten wurde. Diese allfällige Quellensteuer kann dann natürlich auf die in Österreich generell zu entrichtende Kapitalertragsteuer angerechnet werden. Jedoch darf dieser Anrechnungsbetrag 15% der Kapitalerträge nicht übersteigen!

Achtung! Werden steuerpflichtige Einkünfte aus ausländischem Kapitalvermögen nicht mittels Einkommensteuererklärung veranlagt, drohen nicht nur abgabenrechtliche Nachteile wie Steuernachzahlungen, sondern zusätzlich auch finanzstrafrechtliche Konsequenzen.

PS: Steuerabkommen zwischen Österreich und der Schweiz bzw. Österreich und Liechtenstein sind zuletzt aufgehoben oder geändert worden. Eine Wahl des Modells einer Abgeltungsteuer mittels Einbehalt ist dadurch hinfällig. Unbeschränkt steuerpflichtige bzw. ansässige Personen in Österreich müssen zudem seit 2017 auch ihre in der Schweiz bzw. Liechtenstein erzielten Erträge in einer österreichischen Steuererklärung bekanntgeben.