Aktuelles Update zur Registrierkassenpflicht

Aktuelles Update zur Registrierkassenpflicht

Im Begutachtungsentwurf zur Steuerreform 2015 kommt es im Rahmen der Betrugsbekämpfung zur Refinanzierung der Reform bei der Registrierkassenpflicht zu einigen Änderungen und Erleichterungen…

Betriebe, die überwiegend Barumsätze tätigen und einen Jahresumsatz von mehr als 15.000,00 Euro vereinnahmen, haben alle Bareinnahmen mittels elektronischer Registrierkasse, einem Kassensystem oder sonstigen elektronischen Aufzeichnungssystem ab 01.01.2016 zu erfassen. Barumsätze sind Umsätze, bei denen die Leistung per Barzahlung, Bankomat-Zahlung, Kreditkartenzahlung, sowie per Barscheck oder an Geldes statt angenommener Gutscheine, Geschenkmünzen, Bons oder dergleichen abgegolten wird.

Die vereinfachte Losungsermittlung (der Kassensturz) darf nur mehr – soweit über Bareingänge keine Einzelaufzeichnungen, die eine Losungsermittlung ermöglichen geführt werden – in den folgenden beiden Fällen in Anspruch genommen werden:

1. Falls die Umsatzgrenze von 30.000,- Euro Jahresumsatz je Betrieb nicht überschritten wird, kann für Umsätze von „Haus zu Haus“, auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder öffentlichen Orten (allerdings nicht in oder in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten) die vereinfachte Losungsermittlung in Anspruch genommen werden.
Achtung: Die Berechtigung zur vereinfachten Losungsermittlung erlischt mit Beginn des drittfolgenden Monats ab dem erstmaligen Überschreiten dieser 30.000,- Euro-Grenze! Ab diesem Zeitpunkt sind Betriebe dann zur Belegerteilung und zur Losungsermittlung durch elektronische Aufzeichnungssysteme verpflichtet.

2. Abgabenrechtlich begünstigte Körperschaften können für Umsätze ihrer wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe die vereinfachte Losungsermittlung in Anspruch nehmen.

Erst ab 1. Januar 2017 tritt die Verpflichtung zur technischen Sicherheitseinrichtung gegen Manipulation beim elektronischen Aufzeichnungssystem in Kraft. Mittels kryptografischer Signatur jedes Barumsatzes (durch eine dem Steuerpflichtigen zugeordneten Signaturerstellungseinheit) muss dann sichergestellt sein, dass sowohl die Aufzeichnungen unveränderbar als auch die Nachprüfbarkeit durch Signaturerfassung auf den einzelnen Belegen gewährleistet sind. Für diese Geräte gibt es dann auch eine steuerfreie Anschaffungsprämie von 200,00 Euro  bzw. eine sofortige Abschreibung der Anschaffungskosten bis 2.000,00 Euro pro Gerät.

Achtung: Eine generelle Belegerteilungsverpflichtung mit entsprechenden Inhalten zur Nachprüfbarkeit der Unveränderbarkeit besteht aber unabhängig von der Einführung der kryptografischen Signatur bereits ab 01.01.2016.