Änderung für elektronisch erbrachte Dienstleistungen

Änderung für elektronisch erbrachte Dienstleistungen

Ab 1. Januar 2015 gibt es in Hinsicht auf die Umsatzsteuer einige wichtige Änderungen für e-Dienstleistungen, den neuen „MOSS“ und auch neue Aufbewahrungsfristen für die jeweiligen Unterlagen …

Ab 1. Januar 2015 sind elektronisch erbrachte Dienstleistungen, sowie Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen am Empfängerort steuerpflichtig falls sie an Nichtunternehmer in EU-Staaten erbracht werden.
Dabei wird der Empfängerort als der Ort festgelegt, an dem der private Leistungsempfänger seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Wichtig ist, dass der Leistungserbringer den Empfängerort feststellen muss indem er zwei einander nicht widersprechende Beweismittel (z.B. Rechnungsanschrift, IP-Adresse, Bankangaben oder alle anderen wirtschaftlich relevanten Informationen) vorlegt. Für manche Fälle ist der Empfängerort übrigens festgelegt (z.B. Ort des Festnetzanschluss, Ländercode der SIM-Karte bei mobilen Netzwerken).
Mini-One-Stop-Shop (MOSS)
Zur Vereinfachung der neuen Rechtslage ist die Umsatzsteuererklärung des Unternehmers auf einem eigenen Webportal (MOSS = Mini-One-Stop-Shop) durchzuführen. Wird der MOSS genutzt, entfällt die Verpflichtung der umsatzsteuerlichen Registrierung in jedem EU-Staat in dem derartige Leistungen erbracht werden. Auch die Einreichung von Steuererklärungen und Tätigung von Zahlungen entfällt bei der Nutzung dieses Systems.
Der MOSS selbst ist in ein EU- und ein Nicht-EU-Schema unterteilt. In das EU-Schema fallen Unternehmer mit dem Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit in Österreich bzw. Drittland-Unternehmer mit Betriebsstätten in Österreich.
ACHTUNG! Um diesen MOSS ab 1. Januar 2015 in Anspruch nehmen zu können muss bis spätestens 31. Dezember 2014 ein Antrag gestellt werden. Dieser Antrag wird, wenn das Unternehmen ins EU-Schema fällt über Finanz-Online gestellt. Wenn dies nicht der Fall ist, dann erfolgt der Antrag über das BMF im eigens eingerichteten Internet-Portal https://non-eu-moss-evat.bmf.gv.at.
Neue Aufbewahrungsfristen
Für Unterlagen im Zusammenhang mit den oben genannten neuen Regelungen gilt eine neue Aufbewahrungsfrist von zehn (10) Jahren. Diese Aufzeichnungen müssen getrennt nach EU-Mitgliedstaaten erfolgen und es muss sichergestellt werden, dass sie jederzeit der Behörde auf elektronischem Weg zur Verfügung stehen.