30. September? Ein steuerlicher Top-Termin!

Wie jedes Jahr enden am 30. September stets entscheidende steuerliche Fristen. Bei Nichtbeachtung drohen sogar Zwangsstrafen!

Wie jedes Jahr enden am 30. September stets entscheidende steuerliche Fristen. Bitte berücksichtigen Sie aber, dass besagter 30. September heuer auf einen Samstag fällt, sich der Termin jedoch nur für Steuerangelegenheiten auf Montag, den 2. Oktober verschiebt. Hier also unser Überblick:

Letzter Termin für „Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen an Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer 2017“

Der Herabsetzungsantrag für laufende Vorauszahlungen an Einkommen- und Körperschaftsteuer 2017 kann bis zum 30. September 2017 gestellt werden (eine Prognoserechnung für das Jahr 2017 sollte beigelegt sein!).
PS: Wenn der voraussichtliche Gewinn unter der vorläufigen Beitragsgrundlage liegt, kann für eine Herabsetzung von Beiträgen zur Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft kann noch bis 31. Dezember 2017 ein Antrag gestellt werden. Tipp: Informieren Sie uns bitte kurzfristig, wenn die Vorauszahlungen für 2017 aus Ihrer Sichtweise herabgesetzt werden sollten/müssen.
Elektronische Einreichung des Jahresabschlusses
Die Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften, verdeckten Kapitalgesellschaften, Zweigniederlassungen ausländischer Kapitalgesellschaften und bestimmten Genossenschaften mit Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 sind auch bis zum 30. September 2017 elektronisch beim Firmenbuch einzureichen und offenzulegen. Es drohen sonst folgende herbe automatische Zwangsstrafen:
Nicht fristgerechte Einreichung: Automatische Zwangsstrafe von mindestens EUR 700,- pro Geschäftsführer (Vorstand) und Gesellschaft. Wird trotz Verhängung einer Strafe der Jahresabschluss weiterhin nicht offengelegt, so folgen alle zwei Monate automatisch weitere Zwangsstrafen, bis der Jahresabschluss beim Firmenbuch hinterlegt ist.
Bei mittelgroßen Kapitalgesellschaften werden mindestens EUR 2.100,- pro Organ und Gesellschaft als Zwangsstrafe fällig. Bei großen Kapitalgesellschaften mindesten EUR 4.200,- pro Organ und Gesellschaft. Bei Kleinstkapitalgesellschaften beträgt der Strafrahmen EUR 350,-.
Achtung! Bitte beachten! Mittelgroße und große GmbH oder AG müssen dabei auch den Beschluss über die Verwendung des Ergebnisses einreichen!
PS: Seit 1. August 2017 beträgt die Eingabegebühr für eine GmbH EUR 34,- und für eine AG EUR 152,! Die Eintragungsgebühr beträgt nunmehr EUR 21,-.
Anzeigepflicht für Umgründungen

Auch für die Meldung von Umstrukturierungsmaßnahmen gilt die strenge „Neunmonatsfrist“. Wer mit Rückwirkung zum Stichtag der Umgründung (31.Dezember 2016) umstrukturiert hat, muss dies bis spätestens 30. September 2017 beim zuständigen Finanzamt anzeigen. Die Anzeige hat grundsätzlich sowohl seitens des Übertragenden als auch des Übernehmenden an das zuständige Betriebs- oder Wohnsitzfinanzamt zu erfolgen.
Achtung! Während Firmenbuchanmeldungen spätestens am letzten Tag dieser Frist bereits beim zuständigen Gericht einlangen müssen (!), ist bei Finanzamtsmeldungen/ -anzeigen das Datum der Postaufgabe ausreichend.
Letzte Möglichkeit der (elektronischen) Antragstellung auf Vorsteuererstattung von in anderen EU-Ländern angefallenen Vorsteuern
Der Erstattungszeitraum umfasst mindestens drei Monate bzw.maximal ein Kalenderjahr. Die Mindesterstattungsbeträge (EUR 50,- im Kalenderjahr, EUR 400,- im Quartal) sind dabei ebenso zu beachten wie lokal unterschiedliche, den Vorsteuerabzug betreffende Bestimmungen.
Anspruchszinsen ab 1.Oktober 2017
Mit Beginn der Anspruchsverzinsung für Nachzahlungen oder Gutschriften aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer 2016 ab 1. Oktober 2017 kommt es zur Verrechnung von Zinsen von 1,38%. Zu deren Vermeidung kann eine freiwillige Anzahlung in Höhe der zu erwartenden Steuernachzahlung getätigt werden. PS: Es besteht eine Freigranze: Unter EUR 50,- werden Anspruchszinsen nicht vorgeschrieben.
Tipp: Anspruchszinsen sind ertragsteuerlich neutral und somit Zinsaufwendungen nicht absetzbar, bzw. Zinserträge steuerfrei. Bedingt durch das niedrige Zinsniveau kann es sich – wenn man eine Gutschrift erwartet -lohnen, die Steuerklärung erst später einzureichen! Die Anspruchszinsen von 1,38% entsprechen übrigens einer Verzinsung vor Abzug der KESt von 1,84%. Bei Fragen wenden Sie sich bitte noch rasch an uns!
Arbeitnehmerveranlagung 2016
Alle Arbeitnehmer bzw. Pensionisten, die von mehreren Arbeitgebern oder pensionsauszahlenden Stellen Bezüge erhalten haben oder bei denen ein Alleinverdiener-/ Alleinerhalterabsetzbetrag/ erhöhter Pensionistenabsetzbetrag zu Unrecht berücksichtigt wurde, müssen bis zum 30 September 2017 die Arbeitnehmerveranlagung (L1) einreichen. Im Fall einer Veranlagung die eine Gutschrift ergibt, kommt es zu einer antragslosen Veranlagung. Die automatische Berücksichtigung von einigen Sonderausgaben (z.B. Spenden, etc.) ist aber erst bei der Veranlagung für 2017 vorgesehen.
Spendenbegünstigte Vereine
Für den Verbleib in der „Liste der spendenabzugsbegünstigten Vereine“ haben derartige Einrichtungen binnen 9 Monaten nach dem Abschlussstichtag dem FA Wien 1/23 die Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers über das Vorliegen der Voraussetzungen zu übermitteln. Diese Bestätigung muss jährlich übermittelt werden!